Die Protestaktion von Veit Pöhlmann ruft den Thurnauer Gemeinderat auf den Plan. Nachdem der streitbare Limmersdorfer am Dienstag die Fällung der Bäume auf dem Areal verhindert hat, auf dem das neue Gesundheits- und Dienstleistungszentrum errichtet werden soll, hat Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD/Offene Liste) für kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr eine außerordentliche Sitzung einberufen.

Thurnauer Dienstleistungszentrum by Infranken.de

Außerordentliche Geschehnisse erfordern außerordentliche Sitzungen. Mit diesen Worten haben Sie die Gemeinderäte zur Sitzung geladen. Warum ist diese notwendig? Das Gremium hat dem Bauantrag doch bereits zugestimmt.
Dietmar Hofmann: Da das Gebäude um sieben Meter Richtung Bürgermeister-Kleinlein-Straße versetzt wird, ist eine Änderung des Bebauungsplans notwendig. Darüber wollten wir ursprünglich in der Sitzung am 18. März beraten. Um bleibenden Schaden für den Markt Thurnau zu verhindern, werden wir über diesen Punkt nun aber schon am Mittwoch entscheiden.

Auch die Genehmigung von Baumfällungen auf dem besagten Grundstück steht auf der Tagesordnung. Warum wird darüber nochmals diskutiert?
Mit der - hoffentlich erneut einstimmigen - Bestätigung unseres Beschlusses vom 15. Oktober wollen wir ein klares Signal an die Investoren senden, dass der Markt nach wie vor uneingeschränkt hinter diesem für Thurnau bedeutenden Projekt steht. Normalerweise wäre der Beschluss gar nicht erforderlich, weil die Fällung allein schon durch die Zustimmung zum Bauantrag rechtens ist.

Nicht wenige Thurnauer fragen sich, weshalb der Bürgermeister am Dienstag nicht gleich auf die Fällung gepocht und Veit Pöhlmann des Platzes verwiesen hat.
Ich wollte ganz einfach unnötige negative Schlagzeilen vermeiden. Dass wir die trotzdem bekommen haben, ist sehr bedauerlich.

Nicht nur Veit Pöhlmann übt Kritik. Ihnen wurden Unterschriftenlisten überreicht, mit denen 40 Thurnauer gegen die Abholzaktion protestiert haben. Was sagen Sie den Gegnern?
Wir haben als Gemeinderat unsere Entscheidungen sorgfältig abzuwägen. Die langfristige ärztliche Versorgung, die Sicherstellung des Rettungswagen-Stellplatzes und der Neubau einer Sparkassen-Hauptstelle sind einfach wichtiger einzustufen als der Erhalt einiger Bäume.

Warum wird das Haus jetzt um einige Meter versetzt?
Die Investorengruppe hat die in und nach der Bürgerversammlung im Oktober geäußerte Kritik einiger Thurnauer ernst genommen. Durch die Verschiebung entsteht ein großzügiger Vorplatz gegenüber der Alten Post, der im übrigen auch begrünt und optisch ansprechend gestaltet werden soll. Der größte Baum kann dadurch auch stehen bleiben.
Wann wird mit dem Bau des rund drei Millionen Euro teuren Dienstleistungs- und Gesundheitszentrums begonnen?
Wenn der Gemeinderat am Mittwoch grünes Licht gibt, rechnen wir bis Ende März mit der Baugenehmigung. Die Fertigstellung könnte dann schon im Frühjahr 2014 erfolgen.