Nach dem Großbrand in Hutschdorf, bei dem am 8. Juni insgesamt drei Gebäude schwer beschädigt wurden, hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth nun Anklage erhoben. "Wir gehen von Brandstiftung aus", sagte Oberstaatsanwältin Juliane Krause auf Nachfrage.

"Die Brandermittler der Kriminalpolizei Bayreuth und der Polizei Kulmbach haben keinerlei Hinweise auf einen technischen Defekt gefunden", sagt Krause. Diese Brandursache wurde am Unglückstag noch als die wahrscheinlichste gehandelt.

Mittlerweile, so Krause, habe sich durch Zeugenhinweise jedoch der Verdacht erhärtet, dass der Brand durch eine persönlich motivierte Straftat absichtlich gelegt wurde.


Richterin verfügt Zustellung

Am 6. Juli sei deshalb gegen eine Frau "im Umfeld des Ortes" Anklage erhoben worden. "Diese ist am 17. Juli bei uns eingegangen, und am 19. Juli an die Angeklagte zugestellt worden", erläutert Stefan Grawe, Pressesprecher des Amtsgerichts Kulmbach, den weiteren Verlauf des Verfahrens.

"Nach der Zustellung hat die Angeklagte zwei Wochen Zeit, sich zu äußern", erklärt Grawe. Anschließend entscheide das Gericht, ob und wann es eine Verhandlung geben wird.

"Die Staatsanwaltschaft hat den Strafantrag am Schöffengericht erhoben", sagt Stefan Grawe. "Das bedeutet, dass die Bayreuther Behörde eine Freiheitsstrafe zwischen zwei und vier Jahren für möglich hält."


Über 100 000 Euro Schaden

Am 8. Juni hatte der Großbrand im Thurnauer Ortsteil, wo drei Gebäude in zwei Anwesen beschädigt wurden, für großes Aufsehen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf über 100 000 Euro.

Insgesamt waren 100 Rettungskräfte im Einsatz: 80 Helfer der Feuerwehren Hutschdorf, Thurnau, Kulmbach, Altenplos, Buchau/Dörfles, Kasendorf und Neudrossenfeld sowie 20 Frauen und Männer der Polizei, des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), des Technischen Hilfswerks (THW), der Tierrettung sowie der Gas-, Wasser- und Stromversorger.

Zwei Menschen wurden medizinisch versorgt, aber nicht ernsthaft verletzt. Zwei Katzen wurden von den Einsatzkräften aus den Flammen gerettet und von der Tierrettung betreut. Für einen Stallhasen kam jedoch jede Hilfe zu spät.