Doch der Steinboden auf der Kulmbacher Bierwoche ist mörderisch, gibt die Bedienung zu. Das Maßkrugstemmen dagegen macht ihr auch mit 65 noch nichts aus. "Zwölf Krüge schaffe ich locker. Da hab ich keinen Muskelkater oder was. Das macht mir nichts", erzählt die Bedienung mit Leib und Seele.

"Ich denke, ich werde auch in Zukunft noch ein paar Feste machen. Das kommt auf die Gesundheit an. Vielleicht solche, wo es den sogenannten bayerischen Schwungboden gibt", lacht Johanna Michels und meint damit, dass es sich eben wesentlich leichter bedienen lässt, wenn in den Zelten ein Holzboden verlegt ist. Denn der federt nach.

Immer gerne in Kulmbach

In Kulmbach war sie aber trotz des Steinbodens immer gerne. Denn die Stimmung auf der Bierwoche ist gut. "Ich wohne immer privat in der Herlas", erzählt sie. Und früher, da ging es, nachdem das Festzelt seine Pforten geschlossen hat, noch in den Tanzstadel. "Da haben wir dann noch getanzt. Das war gut. Naja, da waren wir auch noch jünger", sinniert sie und erinnert sich, dass früher ja tagsüber kein Festbetrieb herrschte. Heute fangen die Bedienungen schon morgens wieder an.

Johanna Michels war ein Vierteljahrhundert auch auf dem Oktoberfest und überall, wo richtig was los ist.
Nur an eine Gepflogenheit, die in Kulmbach üblich ist, hat sich Johanna Michels nie gewöhnt: an die Biermarken. "Denn da kriegst ja nicht einmal ein Zehnerl Trinkgeld, sonst geht's eben schon mal auf. Und da kommt was zusammen", sagt sie.

Die heißeste Woche aller Zeiten

Die Abschiedsbierwoche war für Johanna Michels die heißeste Bierwoche aller Zeiten. "Ich hab mindestens drei bis vier Liter Wasser getrunken, aber auch mal ein Radler", gibt sie offen zu. "Und abends duscht man dann nur noch und fällt ins Bett. Mehr braucht man dann wirklich nicht."