Wenn die Uhr zurückgedreht wird, bekommen die Menschen eine Stunde Zeit geschenkt. Diese 60 Minuten wollte Maria-Kristin Foit vor zehn Jahren mit Musik füllen. Nicht mehr und nicht weniger. Inzwischen hat sich diese Idee zu einem anspruchsvollen Konzert, das Musikfreunde aus nah und fern in ihren Bann zieht, entwickelt.

Maria-Kristin Foit übertraf sich bei der Programmgestaltung und bei der Textauswahl in diesem Jahr selbst. Sie schaffte es, junge Musikbegeisterte und langjährige Musiker in der katholischen Kirche in Mainleus zusammenzubringen und die Zuhörer zu verzaubern.

Doch auch das Dekoteam bestehend aus Monika Leykam, Anica Foit und Andrea Heske übertraf sich. Mehr als hundert Kerzen hatten sie aufgestellt. Die St.-Antonius-Kirche erstrahlte im warmen flackernden Licht - und die Musik verzauberte und erwärmte die Herzen der Menschen von innen.

Mit dem trutzigen "Prince of Denmark's March" eröffnete Robin Birner (Orgel) das Programm. Dann traute sich Maximilian Friedrich (Posaune) als Solist auf die Bühne. Er spielte César Francks "Panis Angelicus", begleitet von Maria-Kristin Foit (Klavier).

Doch der junge Solist war nicht der einzige, der begeisterte: Adrian Köber (Waldhorn) spielte eine Romanze von Camille Saint-Saëns. Fernanda Hübner sang "Beautiful" von Christina Aguilera, Verena Foit musizierte "Tara's Theme" und "All of me" auf dem Altsaxofon. Selina Langheinrich las Texte und begeisterte mit "Por una cabeza", einer Tangomelodie. Gemeinsam mit Robin Birner (Orgel) unterhielt sie die zahlreichen Zuhörer mit "Air" aus der dritten Orchestersuite in D-Dur von Johann Sebastian Bach.

Hochwertige Vorträge

Immer wieder traten neue Formationen nach vorne und überraschten mit qualitativ hochwertigen Vorträgen. Maria-Kristin Foit spielte auf der Sopranblockflöte, gemeinsam mit Walter Schleicher (Cello) und Robin Birner (Cembalo) eine Sarabande aus der Suite in d-Moll und auf der Altblockflöte ein Largo sowie ein Allegro aus der Sonate G-Dur von Jean-Baptiste Loeillet.

Das besondere an dem Programm zur musikalischen Stunde waren die Mitwirkenden: viele junge Musiktalente aus Stadt und Landkreis, die es schafften anspruchsvolle Werke, mit Passion und Können darzubieten.

Die Gruppe "Amicitia" begeisterte mit dem schottischen Traditional "Wild Mountain Theme" und mit "Will you come and follow me" sowie mit "Swing low, sweet chariot". Fernanda Hübner überzeugte mit Soloeinlagen und ihrer klaren, jungen Stimme.

Bereichert wurde das Programm außerdem durch den Gesangverein 1854 Kulmbach-Weiher. Die Sänger brachten "Mnjógaja Iéta" von Dimitri Bortnjansky, Johann Michael Haydns "Hymne an Gott" und die legendären Weisen "Caro mio ben" und "Herr, hab Dank" zu Gehör. Und sie ließen das Konzert mit dem "Vater unser" ausklingen.

Die musikalische Stunde, die im Jubiläumsjahr "ein bisschen" länger als 60 Minuten dauerte, klang mit dem gemeinsamen Lied "Du lässt den Tag, o Gott, nun enden" aus. Die Zuhörer wünschten sich nur eins: Egal, wie die Diskussion um die Uhrumstellung auf europäischer Ebene auch ausgeht, die musikalische Stunde zur Zeitumstellung sollte es auch in Zukunft geben. Denn sie ist eine echte Bereicherung für das kirchliche Leben.