Jahrelang schlummerte das Kreuz in der Industriestraße in einem Dornröschenschlaf. Der Anstrich blätterte ab, am Betonsockel nagte der Zahn der Zeit. "Als ich 2009 das Haus gekauft habe, habe ich immer das Kreuz gesehen und gedacht, ich muss was machen", erzählt Monika Lederer. Sie hat den Betonsockel sanieren lassen und gestrichen. Das Holzkreuz wurde ebenfalls gestrichen. Und damit das Dunkelbraun nicht ganz so trist aussah, wurde am Kreuz eine gelb-orange Sonne angebracht.

Einfach ein positives Symbol

"Für mich ist die Sonne ein Zeichen für den auferstandenen Christus, einfach ein positives Symbol", erklärt Lederer. "Mir hat die Sonne sofort gefallen - und seitdem hängt sie an dem Kreuz", lacht die Stadtsteinacherin. Das Kreuz ist jetzt wieder ein Schmuckstück, das sofort ins Auge fällt. "Ich habe gedacht, ich kann das nicht einfach so lassen, und so groß war der Aufwand auch wieder nicht", findet Monika Lederer das Engagement gar nicht so besonders.

Trotzdem freute sie sich riesig, dass sie nun bei einer Sitzung des Gartenbauvereins von Bürgermeister Roland Wolfrum für die Sanierung des Wegkreuzes ausgezeichnet worden ist. "Jeder sagt, das Kreuz ist schön geworden", erzählt Lederer.

Und das Kreuz hat noch einen weiteren positiven Nebeneffekt - denn es hilft, wenn sie ihren Kunden - die Stadtsteinacherin betreibt ein Studio für bioenergetische Massagen - den Weg erklärt. Als kleine Anerkennung hat Monika Lederer ein Buch über die Stadtgeschichte Stadtsteinachs bekommen.

Unbekannter Ursprung

Einen Wunsch hätte Monika Lederer noch: Sie würde gerne wissen, was es mit dem Kreuz auf sich hat, warum es an dem kleinen Fußweg zwischen Steinverladesilo und Steinbruch aufgestellt worden ist. Aber bislang konnten ihr selbst die alten Stadtsteinacher nicht weiterhelfen. "Ich konnte bis jetzt noch nicht herausfinden, warum das Kreuz aufgestellt worden ist. Meistens steckt doch eine Geschichte dahinter", so Lederer.

Bei der Versammlung des Gartenbauvereins ebenfalls ausgezeichnet wurden Doris und Harald Müller, Rossbachleite 22, Elke und Oskar Nietert, Industriestraße 17, sowie Samuel Müller, Alte Pressecker Straße. Sie bekamen Tonmodeln des Landkreises Kulmbach sowie Blumengrüße des Vereins.

Jetzt 159 Mitglieder

Vorsitzender Uwe Ehrhardt bezifferte die Mitgliederzahl des Obst- und Gartenbauvereines Stadtsteinach auf 159 Personen.

"Ihr habt gerade mit eurer Jugendaktion im letzten Gartenjahr einen besonderen Akzent gesetzt", lobte Bürgermeister Roland Wolfrum. Das Stadtoberhaupt dankte dem verein für die Pflege von öffentlichen Grünanlagen und für die Erledigung der Nachpflanzungen auf der städtischen Streuobstwiese.

"Die vielen gepflegten Gärten geben ein schönes Stadtsteinacher Stadtbild", betonte Kreisfachberater Friedhelm Haun.

In eine neue Runde geht heuer der Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden". Haun wünschte allen ein gutes Gartenjahr 2013, bevor er das Jahrestreffen mit seinem Lichtbildervortrag "Natur ums Haus" ausklingen ließ.