Mit Führerschein und Personalausweis aus dem Deutschen Reich wurde im Januar ein Autofahrer auf der A 9 bei Himmelkron erwischt. Es war allerdings kein extrem alter Mann, der sich mit diesen Papieren ausweisen wollte, sondern ein 41-Jähriger aus Leipzig.

Zur Anklage kam es nicht nur wegen der offensichtlich gefälschten Papiere, sondern auch, weil der Fahrer unter Drogen stand und bereits wegen einer Drogenfahrt seinen Führerschein verloren hatte.

Zu Beginn seiner Vernehmung räumte der Angeklagte ein, dass ihm zwar Drogenspuren im Blut nachgewiesen werden konnten, er allerdings nicht wegen einer auffälligen Fahrweise angehalten worden war. Außerdem beteuerte er, dass es ihm zum Zeitpunkt des Drogenkonsums nicht bewusst war, dass er später noch Auto fahren müsse.


Im Internet gekauft

Besonderes Interesse zeigten Richterin Sieglinde Tettmann und Staatsanwältin Sandra Staade an den Dokumenten aus Vorkriegszeiten. Der Beklagte gab zu Protokoll, dass er diese für jeweils 50 Euro im Internet erworben habe und ihm versichert worden sei, sie seien rechtskräftig. Wenn die Papiere illegal seien, dann sollte der Staat sich darum kümmern, solche Internetseiten zu verbieten, meinte der Angeklagte. Da diese Institution nun aber schon seit mehreren Jahren geduldet werde, sehe er keinen Fehler bei sich. Erst gegen Ende der Verhandlung gestand er reumütig ein, ihm sei nun jedoch bewusst, dass er einen Fehler begangen habe.

Doch nicht nur wegen der unbefugten Benutzung des Bundesadlers und des Wappens des Freistaates Sachsen wurde der Mann verurteilt, sondern vor allem weil ihm das vorsätzliche Fahren ohne Fahrerlaubnis nachgewiesen werden konnte. Zum Zeitpunkt der Verkehrskontrolle durch die Beamten der Autobahnpolizei Hof hatte der Angeklagte nämlich schon keinen Führerschein mehr. Den hatte er bereits im September 2012 abgeben müssen, nachdem er nachweislich unter dem Einfluss von Cannabis am Steuer gesessen hatte.

Auch beim neuerlichen Drogentest im Januar ließ sich die Substanz THC im Blut feststellen. Damit wurde der Tatbestand von vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis auf vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis unter Einfluss von Betäubungsmittel erweitert.

Obwohl der Beklagte bereits neun Vorstrafen aufzuweisen hatte, darunter Diebstahl, Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Verwendung verfassungswidriger Zeichen und unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln, ließ Richterin Sieglinde Tettmann Gnade walten und verurteilte den 41-Jährigen zu einer Geldstrafe von 1450 Euro. Seine Vorstrafen liegen immerhin schon einige Jahre zurück und der Angeklagte sei momentan dabei, sich ein neues Leben aufzubauen, hieß es zur Begründung.

Seinen Führerschein wird der Mann allerdings so schnell nicht wiedersehen. Für weitere eineinhalb Jahre wurde ihm die Fahrerlaubnis entzogen. Bleibt zu hoffen, dass er sich diesmal daran hält und sich nicht wieder ohne Schein ans Steuer setzt.