Er ist wieder zuhause: Stefan Probst aus Mainleus, der seit einem Motorradunfall im Oktober querschnittsgelähmt ist, hat die Klinik Hohe Warte in Bayreuth nach vier Monaten verlassen. "Nach der langen Zeit im Krankenhaus habe ich einen Lagerkoller bekommen. Ich bin froh, dass ich zurück in den eigenen vier Wänden bin", sagt der 48-Jährige.

Unüberwindbare Hindernisse

Auch wenn es im Reihenhaus, in dem er mit seiner Frau Beate lebt, für ihn einige Hindernisse gibt. Barrieren, die er mit dem Rollstuhl nicht überwinden kann. Um ins Schlafzimmer und Bad im ersten Stockwerk zu gelangen, musste deshalb ein Treppenlift eingebaut werden. Stefan Probst braucht zudem Rampen, über die er ins Haus und in den Garten gelangt.

Zwar hat er die Hoffnung, dass er von der Pflegekasse noch einen Zuschuss erhält, Geld geflossen ist für Umbauten aber noch nicht. Welche Summe er von seiner Unfallversicherung erhält, wird er zudem frühestens im Oktober erfahren. "Es ist eine Hängepartie", sagt Probst, dem neben den gesundheitlichen Problemen auch die finanzielle Unsicherheit zusetzt. "Deshalb sind wir für jede Unterstützung dankbar", sagt der 48-Jährige, der sich jetzt über eine großzügige Spende freuen konnte.

Hängelift war kostspielig

Der Verein "Franken helfen Franken" und der Caritasverband haben ihm einen Scheck über 5852 Euro übergeben. Geld, das von Lesern stammt, die in der Bayerischen Rundschau oder auf infranken.de von seinem Schicksal erfahren haben. Erfreulich: Weitere 3000 Euro hat nach dem Erscheinen des Artikels der Lions-Club Kulmbach-Plassenburg gespendet. Probst hat das Geld für die Anschaffung des Treppenlifts genutzt. Es ist ein Hängelift, mit dem er vom Erdgeschoss in den ersten Stock gelangt und der 18 000 Euro gekostet hat.

Er will wieder arbeiten

"Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spendern", sagt Stefan Probst, der trotz des Schicksalsschlags nach vorne blickt. Der 48-Jährige hat viel vor. Er will einen zweiten Rollstuhl mit Elektroantrieb anschaffen, auch um seinen Hund wieder nach draußen begleiten zu können. Er will Fahrstunden nehmen und sich dann ein behindertengerechtes Auto kaufen ("Ich will ja mobil bleiben"). Und er will an seinen Arbeitsplatz - Probst war Sachbearbeiter bei der Firma Veolia in Bayreuth - zurückkehren.

Der Mainleuser hat sich große Ziele gesteckt, die ihn auch vor finanzielle Hürden stellen werden. Er weiß: Jeder Euro, den er erhält, hilft.