Der Ortsverband der Freien Wähler Neuenmarkt-Hegnabrunn schickt mit Martin Kaiser einen eigenen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahlen am 16. März 2014 ins Rennen. Der 30-Jährige stellte in der jüngsten Mitgliederversammlung sich und seine Ziele für die Eisenbahnergemeinde vor. Die offizielle Nominierung des Kandidaten und der Gemeinderäte erfolgt allerdings erst am 21. November in der Gastwirtschaft Köhler.
Die Bayerische Rundschau sprach nach der Versammlung mit Martin Kaiser, der von Beruf Elektrotechnik-Meister sowie Fachwirt für Gebäude und Facility Management ist.

Herr Kaiser, was hat Sie bewogen, als junger Gemeindebürger für dieses Amt zu kandidieren?
Martin Kaiser: Für mich ist es schon fast eine Pflicht, sich politisch zu engagieren, da die freien Wahlen, die demokratische Rechtsform und der Rechtsstaat das Produkt unzähliger Anstrengungen ist, das nur durch ein aktives Mitmachen lebendig wird. Ich möchte auch ein Zeichen dafür setzen, dass die junge Generation gerne bereit ist, Verantwortung in politischen Ämtern zu übernehmen.

Sie gelten ja in der Kommunalpolitik noch als ein ausgesprochenes "Greenhorn". Sehen Sie darin einen Nachteil für ihre Kandidatur?
Ganz im Gegenteil, gerade dadurch sehe ich große Chancen, einen "Aufbruch Neuenmarkt" zu initiieren. Ein Aufbruch von Ideologien und festgefahrenen Strukturen. Vorhaben müssen nach dem Prinzip: Bringt das die Gemeinde Neuenmarkt weiter? in den Abstimmungsprozess integriert werden.

Wo wollen Sie, wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden sollten, Ihre Schwerpunkte setzen?
Die Schwerpunkte will ich ganz klar in der Entwicklung Neuenmarkts setzen. Die Voraussetzungen der Gemeinde und die daraus resultierenden Chancen sind gut, man muss diese nur realisieren. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Planungssicherheit der Bürger sein. Jeder soll wissen, was in den nächsten Jahren an Investitionen nötig ist und welche Belastungen auch auf ihn zukommen können. Für jeden ist es leichter, wenn rechtzeitig informiert wird, welche Aufgaben zu bewältigen sind. Auch die Stimme der Gemeinde Neuenmarkt in Kreis, Bezirk und Land soll eine lautere werden, denn die Entwicklung der Gemeinde hängt auch von der Implementierung in den einzelnen Gremien ab.

Was ist Ihnen persönlich sehr wichtig?
Die Nachwuchsarbeit in der Politik. Den jungen Menschen muss die Politik wieder schmackhaft gemacht werden, damit sie sich auch gerne engagieren.

Wie muss Ihrer Meinung nach die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Gemeinderat vonstatten gehen?
Wenn man die Kommunalpolitik mit den elementaren Grundsäulen Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung vom Grundprinzip her betrachtet, stellt man fest, dass der Gemeinderat, der das Abbild der Bevölkerung widerspiegeln soll, zusammen mit dem Bürgermeister und der Verwaltung die Ideenschmiede einer Gemeinde ist. Ich sehe hier die Rolle des Bürgermeisters neben den repräsentativen Aufgaben auch als Ideensammler und als durchführendes Organ der Aufgaben, die ihm der Gemein-derat auferlegt.

Wie es aussieht, wird es zur Kommunalwahl im März nächsten Jahres gleich mehrere Bürgermeisterkandidaten geben. Welchen Wahlkampf, oder besser: Wahlwerbung streben Sie an?
Neben den klassischen Mitteln wie Plakatierung, Flyer & Co. möchte ich auf eine ganz wichtige Säule der Wahlwerbung, nämlich auf Präsenz und Bürgernähe setzen. Dazu haben die Freien Wähler jeden letzten Donnerstag im Monat im ESV-Sportheim einen Bürgerstammtisch ins Leben gerufen, wo jeder herzlich willkommen ist. Dort diskutieren wir Themen und möchten zeigen, dass die Politik ganz nah und unkompliziert ist. Ich bin der Meinung, dass es nur durch das persönliche Gespräch möglich ist, die eigenen Werte authentisch zu vermitteln. Abschließend möchte ich noch jeden Wahlberechtigten ermutigen: Gehen Sie zur Wahl. Bestimmen Sie mit, wie die Gemeinde in die Zukunft geht.