Die Baugenossenschafts-Wohnblöcke in der Thurnauer Straße und die kleineren Genossenschaftshäuser in der Hollergasse haben neue Besitzer: Maler Matthias Schirmer aus Mainleus und Fliesen-Experte Dietmar Müller aus Redwitz. Gemeinsam haben sie die Müller & Schirmer Immobilien GmbH gegründet und wollen aus den alten Immobilien neue, schmucke Wohnungen machen.

Die alten Genossenschaftswohnungen waren für die Baugenossenschaft in den letzten Jahren nur noch eine Last. Denn die meisten Wohnblöcke stehen schon jahrelang leer. Die Häuser sind von den heutigen energetischen Standards weit entfernt. Abreißen oder sanieren? Oft wurde diese Frage diskutiert.

Jetzt hat die Baugenossenschaft die Blocks in der Thurnauer Straße 15, 17 und 19 sowie 16, 18 und 20 sowie die kleineren Häuser in der Hollergasse verkauft. Udo Petzoldt, Geschäftsführer der Baugenossenschaft, freut sich: "Die Baugenossenschaft wird die Einnahmen aus dem Verkauf nun in die eigenen Häuser investieren. Mit Heizungstausch, Fenstererneuerung und Gebäudedämmung sollen der Energiebedarf und damit die Nebenkosten für unsere Mieter gesenkt werden."

Eine Mammutaufgabe. Denn die Baugenossenschaft Kulmbach hat derzeit 120 Wohnblöcke mit etwa 1350 Wohnungen in ihrem Besitz und verwaltet zusätzlich weitere Objekte.


Eine siebenstellige Summe

Obwohl der Verkauf noch "notar-frisch" ist, wie Matthias Schirmer betont, tut sich bereits einiges in den Häusern. Der Zustand der Blöcke 15, 17 und 18, vom Galgenberg kommend auf der linken Straßenseite, ist schlecht. Die Fenster sind abgeblättert und eingeschlagen. Einige Scheiben wurden notdürftig durch kartonartige Materialien ersetzt, andere geben den Blick ins Innere frei. "Aber die Häuser sind nicht nass, sie sind nicht von Schimmel befallen."

Die Investoren wollen eine siebenstellige Summe in die Gebäude stecken, um die Genossenschaftswohnungen in senioren-, behinderten- und familiengerechte Eigentumswohnungen zu verwandeln. Elektrospeicheröfen und Gaseinzelöfen müssen ausgetauscht, die Dämmung der Häuser verbessert, der vorgeschriebene Einbau von Brandmeldern durchgeführt werden, auch die alten Bäder werden modernisiert, die Stromversorgung erneuert.
In der Siedlung sollen hochwertige Wohnungen für alle Altersgruppen, die zwischen 50 und 135 Quadratmeter groß sein werden. Frei planbar sind Zimmeraufteilung und Ausstattung.

Die sanierten Wohnungen werden zu einem Preis ab 120.000 Euro auf dem Markt angeboten werden - die ersten in der Thurnauer Straße schon Ende des Jahres. Im ersten Sanierungszug wollen Müller und Schirmer mit der Sanierung der Thurnauer Straße 19 beginnen. Noch in diesem Jahr sollen die Wohnungen in diesem Haus fertig sein. Dann wird mit den Nummern 15 und 17 weitergemacht, so der Plan.

Später werden die Thurnauer Straße 16, 18 und 20 in Angriff genommen. Doch diese drei Blöcke sind erst einmal zurückgestellt. "Die bestehenden Mietverhältnisse werden übernommen und die Mietpreise beibehalten", erklärt Schirmer.

Die kleineren Objekte in der Hollergasse haben sich die Investoren noch nicht so genau angeschaut. Doch auch sie sollen saniert und dann anschließend weiterverkauft werden.


Es gibt schon Interessenten

"Wir haben bereits eine Interessentenliste und beginnen in Kürze mit Planungsgesprächen, um die Wünsche unserer Kunden vor Sanierungsbeginn mit einzuarbeiten. Es wird nichts von der Stange entstehen", kündigt Schirmer an.

"Die Häuser befinden sich in Top-Lagen und sind für einen Abriss viel zu schade", findet auch Udo Petzoldt von der Baugenossenschaft, der froh ist, dass sich für die Objekte eine gute Lösung abzeichnet.