Bürgermeister Hans Tischhöfer (FW) verwies darauf, dass das Thema seit mehr als 14 Tagen hohe Wellen schlägt und ständig neue Statements aus der Politik zu hören sind. In der Kritik stehe auch der straffe Zeitplan, und inzwischen habe der Landkreistag bereits eine Resolution verfasst. Die Marktschorgaster CSU-Fraktion hatte auch beantragt, eine Resolution zu verfassen und die Voraussetzungen für ein Bürgerbegehren zu prüfen.
CSU-Fraktionssprecher Marc Benker stellte fest, dass die Informationspolitik des Netzbetreibers Amprion "grottenschlecht" war. Weiter kritisierte er, dass man eine Technik aufgedrückt bekomme, von der die oberfränkische Region überhaupt nicht profitiere. Einen Rüffel gab es schließlich für die "große Politik": "So war die Energiewende nicht geplant!"

Benker dankte der Nachbargemeinde Neuenmarkt, dass sie sich mit Marktschorgast und Himmelkron nicht zuletzt wegen des Industriedenkmals "Schiefe Ebene" solidarisch erklärt hat. "Wir sollten uns auch überlegen, ob wir nicht Geld in die Hand nehmen und professionelle Experten hinzuziehen. Ich mag es mir nicht vorstellen, dass unsere Windräder auch noch von hohen Strommasten umspannt werden."

"Alle Möglichkeiten ausloten"

Dieter Schiphorst (FW) kam zum Ergebnis, dass sämtliche Möglichkeiten ausgelotet werden müssen, gegen die geplante Trasse rechtlich vorzugehen. Den Vorschlag des Bürgermeisters, in einer gemeinsamen Sitzung der Fraktionssprecher von Marktschorgast und Himmelkron unter Mithilfe der Rechtsabteilungen von Landratsamt und Regierung eine Resolution zu verfassen, hielt er für richtig. Nicht sinnvoll sei aber ein Rats- oder Bürgerbegehren. Schiphorst schlug stattdessen die Auslegung einer Unterschriftenliste sowohl in den Wahllokalen als auch im Rathaus vor.

"Wir müssen dieses Thema auf die politische Bühne bringen und eine Resolution verfassen, auch mit viel Unterstützung aus der Bevölkerung", sagte SPD-Fraktionssprecher Nikolaus Ott. Dass bei der Info-Veranstaltung in Kulmbach keine Politiker zugegen waren, lag nach Ansicht Otts daran, dass sie keine Einladung erhalten hatten: "Das war keine Feigheit, sondern da ist was schief gelaufen."

Der Gemeinderat fasste dann folgenden Beschluss: "Der Markt Marktschorgast wird alle rechtlich zulässigen Maßnahmen ergreifen, um die Gleichstrompassage Süd-Ost grundsätzlich und insbesondere auf dem Gebiet des so genannten alternativen Vorzugskorridors zu verhindern. Der Markt Marktschorgast strebt den überparteilichen und gemeinsamen Widerstand gegen die Gleichstrompassage auf interkommunaler Ebene an. Im Schulterschluss mit anderen Gemeinden und Landkreisen soll der Kampf gegen die Trasse dabei auf eine breite Basis gestellt werden.

Für gemeinsame Resolution

Mit den benachbarten Kommunen soll eine gemeinsam Resolution gegen die Gleichstromtrasse verfasst und erlassen werden. Der Markt Marktschorgast schließt sich den Resolutionen der Landkreise Bayreuth, Hof und Kulmbach sowie des Landkreistags an. Er verfasst eine eigenständige Resolution und Stellungnahme gegen die Stromtrasse, worin auch die von der CSU-Fraktion in ihrem Antrag vom 26. Januar beschriebenen Kernaussagen Berücksichtigung finden sollen."

Anstelle eines Rats- oder Bürgerbegehrens einigte sich das Gremium noch darauf, Unterschriftenlisten auszulegen.