Eine zeitgemäße Internetversorgung mit Bandbreiten von mindestens 30 Megabit pro Sekunde ist heute flächendeckend oft nur in Ballungszentren verfügbar. Die hohe Bebauungsdichte ermöglicht den Providern dort einen wirtschaftlichen Ausbau.

Auf dem Land hingegen ist ein Breitbandausbau ohne staatlichen Zuschuss in fast allen Fällen unrentabel. Um hier eine weiter fortschreitende digitale Spaltung zu verhindern, hat der Freistaat Bayern 2012 ein umfassendes Förderprogramm zum "Aufbau von Höchstgeschwindigkeitsnetzen" aufgelegt.


Richtlinie geändert


Durch die Änderung der Richtlinie ist dieses nun um die sogenannte Höfebonusregelung erweitert worden. Bürgermeister Franz Uome erläuterte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend, dass der Markt Marktleugast vorhabe, sich ein zweites Mal am Förderprogramm zu beteiligen - mit dem Ziel, eine nahezu flächendeckende Versorgung von mindestens 30 MBit/s im gesamten Gemeindebereich zu erreichen.

Enrico Meierhof vom Ingenieurbüro Reuther aus Bad Staffelstein erläuterte dem Gremium die Projektziele, die Rahmendaten des Förderprogramms und die bisher durchgeführten vorbereitenden Schritte.


Freihändige Vergabe angestrebt


Einstimmig legte der Gemeinderat das Erschließungsgebiet in der Marktgemeinde Marktleugast für den Breitbandausbau gemäß dem Lageplan fest. Meierhof betonte auf Frage von Gemeinderat Matthias Schramm (FWGN), dass der Ausbau in den nächsten drei Jahren alle Gebäude in der Kommune beinhalten werde, die noch nicht versorgt sind.

Das Ratsgremium folgte zudem einer Empfehlung des Bayerischen Breitbandzentrums und plant eine freihändige Vergabe ohne vorgeschalteten öffentlichen Teilnahmewettbewerb. Bürgermeister Franz Uome wurde beauftragt, beim Breitbandzentrum eine 90-prozentige Förderung zu beantragen.
Der Marktgemeinderat behält sich aber eine Teilaufhebung des Verfahrens vor, wenn alle eingegangenen Gesamtangebote eine Wirtschaftlichkeitslücke von 1,1 Millionen Euro überschreiten. Das Auswahlverfahren wird Ende 2017 abgewickelt sein, der Förderantrag im Mai gestellt.


Friedhof im Fokus


Den Antrag von CSU und Frauenunion zur Entwicklung des Friedhofs stellten Margareta Schoberth und Karin Thomas im Gemeinderat vor. "Der Friedhof gehört zur Heimat, doch haben sich die Bedürfnisse, Vorstellungen und Ansprüche in den letzten Jahrzehnten verändert", betonte FU-Vorsitzende Margareta Schoberth.

Die aktuelle Entwicklung gehe hin zu parkähnlichen Anlagen.


Für Wiesen- und Baumgräber

Neben alternativen Begräbnisformen stünden die Behindertenfreundlichkeit und mehr und mehr die Urnenbestattung im Fokus. Die beiden Frauen machten auch einige Vorschläge für die Planung. Es sollten verschiedene Bestattungsmöglichkeiten angeboten werden. Neben dem traditionellen Grab für die Erdbestattung gehörten auch Urnen-, Wiesen- oder Baumgräber dazu. Die Friedhofs- und Grabgestaltung sollte sich zudem an der Bedürfnislage der Trauernden orientieren. Es gehe aber auch um überschaubare und vorab kalkulierbare Kosten sowohl für den Friedhofsträger als auch für die Angehörigen.

Karin Thomas und Margareta Schoberth regten an, mit kleinen Maßnahmen zu beginnen. Eine parkähnliche Neugestaltung biete sich unter Einbeziehung der Leerflächen an. Geschaffen werden könnten Ruheinseln und Plätze der Begegnung mit Sitzmöglichkeiten. Gedacht werden sollte zudem an die Anlage einer Trauerstätte für Fehl- und Frühgeburten. Auch eine Rückzugszone für persönliche und intime Trauer sollte es geben.

Zur behindertenfreundlichen Gestaltung zählten leicht begehbare Wege, das Verbessern der Parksituation, Hilfsmittel wie kleine ziehbare Karren, Pflanztische und kleine Abfallbehälter, um weite Wege zu ersparen, sowie mehr problemlos erreichbare Wasserstellen.


Begehung mit Experten


Der Vorsitzende der Gütegemeinschaft Friedhofssysteme Berlin, Hubert Schmitt, habe angeboten, den Friedhof Marktleugast mit einem Landschaftsarchitekten und der Frauenunion zu begehen und Vorschläge zu erarbeiten. "Das wäre kostenlos", sagte Maragareta Schoberth.
Bürgermeister Franz Uome schlug vor, diese Anregung aufzunehmen.