Franz Uome (CSU), der neue Marktleugaster Bürgermeister, hatte diesem Projekt im Falle seiner Wahl oberste Priorität eingeräumt.

Hintergrund für die Probleme mit dem Trinkwasser für die vier Orte ist die Tatsache, dass das Quellgebiet der Wasserversorgung nicht zuverlässig geschützt werden kann und mehrmals verunreinigt wurde. Auch das Wasserwirtschaftsamt drängt auf eine Lösung.

Um die Versorgung über den Hauptort zu ermöglichen, müssen die Leitungsnetze miteinander verbunden und eine Druckerhöhungsanlage installiert werden. Immerhin geht es um eine Druckleitung von rund 2200 Meter, von denen rund 700 Meter neu gebaut werden müssen, und einen Höhenunterschied von etwa 90 Metern, wie Ingenieur Matthias Ott vom Planungsbüro IBP den Gemeinderäten erläuterte.

Nach den Ermittlungen des Planungsbüro wird die Maßnahme mit Kosten im unteren sechsstelligen Bereich zu Buche schlagen, genaue Zahlen wird es nach der Angebotseröffnung geben. Es ist vorgesehen, den Bau am 25. August zu beginnen und bis 17. Oktober abzuschließen.

Abwassersituation Neuensorg wird geklärt

Investitionen im mittleren sechsstelligen Bereich werden wohl nötig, um die Abwassersituation im Ortsteil Neuensorg zu bereinigen. Die dortige Kläranlage entspricht laut Ingenieur Matthias Ott nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik, die Behörden drängen auf Vorlage einer Planung.

Nach Rücksprache mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamt werden der Anschluss an die Marktleugaster Zentralkläranlage oder der Bau einer Kompaktkläranlage favorisiert.

Matthias Schramm (Freie Wählergemeinschaft Neuensorg) brachte abermals eine Ertüchtigung der bestehenden Teichanlage ins Gespräch, wovor Matthias Ott allerdings mit Hinweis auf biologische Unwägbarkeiten dringend abriet. "Und wenn das dann nicht funktioniert, kann man nicht mehr nachbessern."

Zwei Varianten werden geprüft

Der Gemeinderat kam schließlich überein, die Kosten für einen Anschluss nach Marktleugast und eine Kompaktkläranlage vom Büro IBP berechnen zu lassen. Bestandteil dieser Berechnung werden auch die jeweiligen Betriebskosten auf eine Laufzeit von 50 Jahren sein.

Sollten nicht noch weitere Planungsbüros innerhalb der nächsten 14 Tage günstigere Angebote abgeben, so wird das Büro IBP ebenso die wasserrechtlichen Antragsunterlagen für den Kläranlagenbetrieb im Gemeindebereich ausarbeiten. Die Erlaubnisse sind teilweise bereits abgelaufen.

WGM fordert Gerätehaus-Planung

Zum Schluss der Sitzung überraschte die Wählergemeinschaft Marktleugast noch mit einem Antrag. Weil die im Wahlkampf heiß diskutierte und teils beplante Dorferneuerung Steinach samt Bau eines Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhauses aus Kostengründen unlängst auf Eis gelegt wurde, beantragte Georges Frisque die sofortige Planung eines Feuerwehrhauses. Das bestehende Gerätehaus ist nur für die Unterbringung einer Tragkraftspritze ausgelegt, das Einstellen des Einsatzfahrzeuges werde auch vom Kreisbrandrat aus Sicherheitsgründen abgelehnt, hieß es.

Was kostete der Rathaus-Abriss?

Und noch ein Streitthema der vergangenen Legislaturperiode wird den Gemeinderat weiter beschäftigen: Michael Schramm (Freie Wähler) will die genauen Kosten für den Abriss des alten Rathauses sowie die erfolgten und noch geplanten Investitionen für den neuen Verwaltungssitz wissen.