Gleich dreifachen Grund zum Feiern hatten die Lindauer am Wochenende. Bei der Einweihung der neuen Ortsmitte konnten sich alle Besucher davon überzeugen, dass der neue Dorfplatz mit dem "Hastreiter-Feststadl", dem Brotbackofen, dem Kinderspielplatz und dem sanierten Biotop absolut gelungen ist.


"In Lindau wurde immer schon gebaut"


Mit dieser Einweihung wurde gleichzeitig das 44. Brunnenfest gefeiert. Und Christian Potzel, der im Namen der drei Ortsvereine die Gäste begrüßt hatte, freute sich zum dritten, dass Lindau an diesem Tag gleichzeitig als Standort für die Aktion "100 mal starker Ländlicher Raum" ausgewählt wurde.
Bei der Vorbereitung für eine Bilderpräsentation war dem IG-Vorsitzenden etwas aufgefallen: "In Lindau wurde immer schon gebaut, erneuert und verschönert."

Und noch etwas erkannte er bei der Sichtung der Fotos: "Immer wenn etwas fertig war, wurde anschließend ordentlich gefeiert. Ob das im kleinen Kreis nach der Fertigstellung einer Sitzbank unter der Trauerweide war, nach Abschluss der Renovierung des Dorfhauses oder nach der Neugestaltung des Dorfbrunnens 1975, als man den Grundstein für das Brunnenfest legte."


Bürgermeister stolz auf das Ergebnis


Das Lob für die in den letzten 16 Jahren durchgeführten Erneuerungen prasselte von allen Seiten auf die Dorfgemeinschaft ein. Bürgermeister Werner Diersch war stolz auf das Ergebnis dieser langen Arbeit. Er dankte allen engagierten Bürgern, die in vielen Besprechungen mit viel Herzblut immer wieder neue Ideen und Vorschläge einbrachten, aber manchmal auch Bedenken äußerten, und mit enormer Eigenleistung zum Erfolg beitrugen. Sein Dank galt auch dem Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg, namentlich Lothar Winkler und Siegfried Käb-Bornkessel, die diese Maßnahme ab 2003 mit Fachkompetenz leiteten und unterstützten.

"Diese 16 Jahre, das war kein Weg für einen Sprinter. Aber jetzt sind wir froh und glücklich", sagte Diersch. Er hoffte, dass auch die nächsten Generationen das Neugeschaffene annehmen und auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen werden.

MdL Martin Schöffel gratulierte zur gelungenen Dorferneuerung: "Ihr habt alles richtig gemacht. Was hier geschaffen wurde, stärkt die Dorfgemeinschaft und wird für die nächsten Generationen mehr Lebensqualität bedeuten."


Der 15. Nothelfer


"Eure Dorfgemeinschaft mit euren aktiven und intakten Vereinen ist schon etwas Besonderes", erkannte Landrat Klaus Peter Söllner an. "Wir wissen auch zu schätzen, was das Amt für Ländliche Entwicklung im Landkreis Kulmbach bewirkt und auf den Weg gebracht hat." Spontan erkannte er - "notariell beglaubigt" - Lothar Winkler den Status des 15. Nothelfers zu, als Ergänzung zu den 14 Nothelfern in Vierzehnheiligen.

Winkler war schon von dem Areal beeindruckt, als er zu Fuß den Weg vom Park- zum Festplatz absolvierte: "Es macht einfach Spaß. Die hier geschaffene Symbiose ist ein Musterbeispiel dafür, wie das Ganze funktionieren kann."


Privatleute können profitieren


Er warf einen kurzen Blick auf das Leben der Menschen in den letzten 100 Jahren am Beispiel der Landwirtschaft, der Mobilität, der ärztlichen Versorgung und der Gemeinschaft im Dorf. Winkler wünschte sich, dass die geförderten Maßnahmen immer mit viel gemeinschaftlichem Leben erfüllt werden.

Er erinnerte zum Schluss an die Möglichkeit der Förderung von Privatmaßnahmen in diesem Bereich und stellte dafür einen Fördersatz von rund 20 Prozent in Aussicht. Nach einem kurzen Dorfrundgang war dann auch Gelegenheit, die reichlich angebotenen fränkischen Spezialitäten zu genießen, musikalisch live begleitet vom Duo "Franken Boys".