Die Auswahl dieses Stückes ist auch eine Hommage an den englischen Dramatiker und Lyriker, dessen Geburtstag sich heuer zum 450. Mal jährt. Seine Komödien und Tragödien gehören zu den bedeutendsten und am meisten aufgeführten Bühnenstücken der Weltliteratur.

Michal Sykora hat das Stück vor zehn Jahren im Felsentheater der Eremitage inszeniert. Die Regie ist für ihn eine Herausforderung: "Ich mache ungern ein Werk zwei Mal. Ich musste deshalb vollkommen umdenken, um mich nicht von damals beeinflussen zu lassen, denn es bleibt eigentlich doch immer etwas hängen." Gerade auf dieser Bühne versuche er immer, den Menschen etwas zu geben, das sie mit nach Hause nehmen können.

Etwas für die Augen

Zum Beispiel Bilder, etwas für die Augen. Viele seien zwar mehr für leichte Komödien und Boulevardstücke. "Aber Shakespeare mögen die Leute. Viele kennen das Stück aus dem Kino. Die Filmversion aus dem Jahr 1993 von Kenneth Branagh wurde ein großer Erfolg. Für manche vielleicht auch ein Anreiz, neugierig darauf zu sein, wie wir das auf der Bühne darstellen."

Die Herausforderung für die Schauspieler liegt nach Aussage des Regisseurs, wie bei jedem Klassiker, in der Sprache. "Viele Akteure haben Probleme, die verschiedenen fränkischen Buchstaben herauszubringen, damit es so klingt, wie es geschrieben wird. Was das Bewegen auf der Bühne betrifft, tun sie sich da schon leichter."
Das Bühnenbild, ganz in grün gehalten, wirkt einfach: Drei große Hecken, sechs kleine Bäume. Alles bewegt sich ständig über die Bühne. Ich wollte Kulissen, die mit der ganzen Natur drum herum, den Felsen, dem Wald, kommunizieren. In Absprache mit André Putzmann entstanden Kulissen, die tragbar sind und mit dem gesamten Gelände transponieren."

Interessant die Kostüme: Bis auf zwei Rollen, die nicht zu der adeligen Gesellschaft gehören, alle in schwarz-weiß. Die Damen gepunktet, die Herren gestreift. Die Größe der Punkte auf den Kleidern und die Breite der Streifen von Hosen und Jacken dokumentieren die aristokratische Hierarchie der jeweiligen Person. Dafür ist Wolfram Müller-Broeder zuständig. "Bis auf die Stiefel haben wir alles selbst genäht", ist er schon etwas stolz, denn für ihn war es doch ein wenig stressig. Schließlich spielt er auch noch mit. "Es ist zwar eine Mini-Rolle. Aber bei den Proben muss ich halt da sein."

Happy End nicht zu verhindern

In der Geschichte ist alles drin: Liebeskummer, Kuppelei, Verrat: Zwei Krieger kehren von einem erfolgreichen Feldzug zurück. Claudio verliebt sich gleich in Hero, was einem anderen, Don Juan, wiederum nicht gefällt. Der will die Hochzeit verhindern und intrigiert. Benedikt, ein Macho und überzeugter Junggeselle, trifft auf die ebenso scharfsichtige wie spitzzüngige Beatrice, die Männer nicht mag und Benedikt gegenüber lange ihre Abneigung zeigt. Doch aller Komplott, ironisches Wort-Scharmützel und Geplänkel können das Happy End mit einer Doppelhochzeit nicht verhindern. Beatrice gibt zu, dass sie Benedikt liebt, wenn auch "nicht übermäßig". Benedikt gesteht: "Ich liebe Beatrice auch, aber "nicht übermäßig".