Ein einladender Bogen prächtiger roter Rosen umrankt das Schild mit der verschnörkelten Aufschrift "Kräutergarten Burghaig". Er markiert den Eingang in die bunte Welt der Heil-, Duft- und Würzkräuter. Im Jahr 1980 hat der Gartenbauverein Burghaig anlässlich seines 50-jährigen Bestehens auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern neben der Schule diesen Lehrgarten angelegt, der seither von einem ehrenamtlich engagierten Team liebevoll gepflegt wird.

Niemand kennt sich in dieser Kräuter-Oase besser aus als Sabine Heucke-Gareis, die mit ihren Mitstreiterinnen jeden Freitag im Garten werkelt und auch Führungen anbietet. Mit ihr durch den Garten zu schlendern, ist ein ganz besonderes Erlebnis, denn zu jeder Pflanze weiß sie etwas Interessantes zu erzählen. Der Fingerhut beispielsweise ist bekannt als Heilpflanze gegen Altersherzschwäche. Die giftige Pflanze gehört dabei allerdings in fachkundige Hände. Nur eine Art der Selbstmedikation ist sinnvoll: Bei Nasenbluten darf man sich bedenkenlos eine Fingerhut-Blüte ins Nasenloch stecken, um die Blutung zu stoppen, so die Allgemeinärztin und ausgebildete "Gästeführerin Gartenerlebnis Bayern".

Schlaraffenland für Köche

Wer gerne kocht, fühlt sich im Lehrgarten wie im Schlaraffenland: Alle erdenklichen Würzkräuter gedeihen hier - oft in mehreren verschiedenen Sorten. Fenchel, wilder Dost (Majoran) und Koriander gehören dazu. Daneben gibt es ein Beet mit seltenen Getreiden wie schwarzer Emmer, Buchweizen und Amaranth: "Das sind Pflanzen, die bei uns kaum jemand kennt", sagt Heucke-Gareis.

Naturheilkundlich Interessierte können im Kräutergarten viel lernen. Die Pflanzen sind vorbildlich beschriftet, und so erfährt man nicht nur, um welches Gewächs es sich handelt, sondern auch, welche stärkenden, reinigenden, wundheilenden, anregenden oder beruhigenden Wirkungen es hat.

Wer möchte mithelfen?

Im Kräutergarten dürfen Gehölze nicht fehlen: Walnuss, Felsenbirne, der eigenwillige Speierling, dessen zwergapfel-ähnliche Früchte früher in der Mosterei verwendet wurden, und die Quitte, die von Hildegard von Bingen hochgelobt wurde: "Die Quitte nimmer alles Böse aus dem Menschen", schrieb sie. Tatsächlich sind die Früchte pektinreich, erläutert Heucke-Gareis. Pektin säubert den Darm und erhält ihn damit gesund. Die Quittenkerne waren früher bei Friseuren beliebt: "Sie kochten daraus einen Haarfestiger."

Schön sieht der Kräutergarten aus, aber er macht auch Arbeit. Die lastet derzeit fast komplett auf Sabine Heucke-Gareis, Renate Kaupper, Bine Zahorka und Pauline Öhrlein, unterstützt von Claus Kreul und Michael Weith vom Vorstand des Gartenbauvereins. "Wir würden uns sehr freuen, ein paar neue Mitstreiter zu finden, damit wir auch in Zukunft Führungen anbieten und den Garten in Schuss halten können." Wer mithelfen möchte, meldet sich bei Sabine Heucke-Gareis (Telefon 4770) oder Renate Kaupper (Telefon 1298).