Die Lehrer haben es schön - den ganzen Sommer haben sie Ferien. Solche Stoßseufzer tun viele. Doch die Realität sieht anders aus. Denn Lehrer haben nicht die ganzen Ferien frei. Sie sind nach dem letzten Schultag noch da, um Unterlagen zu archivieren. Dann koordinieren sie Putzkolonnen, Handwerker, Reperaturkommandos. Inzwischen laufen die Planungen für das nächste Schuljahr auf Hochtouren - schon seit Wochen.

Daniela Naujoks schleppt derzeit Umzugskartons in die Burghaiger Schule. Sie wird die Flex-Klasse 1-2 übernehmen, denn sie kennt das Flex-System schon. "Wir freuen uns, dass wir eine erfahrene Lehrerin bekommen haben", sagt Schulleiterin Petra Rauh.

"Wieso hab ich kein Sport?", fragt Daniela Naujoks, nachdem sie einen kurzen Blick auf die Stundenplanung geworfen hat. "Ich gebe doch auch Sport", lacht sie. "Ach, das ist die beste Nachricht des Tages", setzt Schulleiterin Petra Rauh an der Stundenplantafel die kleinen rosa Zeichen um, die der Neuen zugeordnet sind.
Jeder Lehrer hat eine andere Farbe. "Bei der Stundenplanung müssen wir darauf achten, dass die Fachlehrer genug Zeit haben, um zwischen den Schulen hin und herzufahren", erklärt Petra Rauh.

Daniela Naujoks war bislang an der Grundschule in Gehülz, doch diese Schule wurde geschlossen. Mit viel Elan räumt sie ihre Umzugskartons aus und freut sich auf ihre neuen Aufgaben in Burghaig.

"Wir haben ein Klassenzimmer gestrichen", verrät Schulleiterin Petra Rauh indes. In Apricot. Und während im Lehrerzimmer und in den Büros geplant wird, sorgt Roswitha Schmidt - sie putzt gemeinsam mit Elfriede Sack das Schulhaus - für Ordnung.

Ortswechsel. Wie sich die Bilder doch gleichen. Auch Marion Hoffmann packt Kartons aus, steigt auf die Leiter, räumt sie ein. Marion Hoffmann, bisher Konrektorin in Neuenmarkt, tritt die Nachfolge von Hellmuth Breitenfelder in der Oberen Schule an und ordnet ihr Büro. "Es gibt unheimlich viel einzuräumen und zu tun. In den ersten Ferienwochen war ich jeden Tag da, auch um bei den Baumaßnahmen nach dem Rechten zu sehen", sagt Marion Hoffmann.

Erst mal einarbeiten

Sie freut sich schon auf ihre neue Wirkungsstätte in der Oberen Schule. "Ich werde mich jetzt einarbeiten, dann werden wir alles weitere sehen", sagt sie. Aber die neue Schulleiterin hat sich schon mit der Sekretärin und dem gesamten Lehrerteam bekannt gemacht. Sie wird die dritte Klasse - eine gebundene Ganztagesklasse - übernehmen.

"Aber nicht nur ich arbeite in den Ferien, sondern alle. Denn das neue Schuljahr muss ja geplant werden, sonst funktioniert es nicht", sagt Hoffmann und geht mit Elan an ihre Aufgabe.

Richtig viel los ist auch an der Max-Hundt-Schule. Als erfahrene Kräfte lassen sich Schulleiterin Heidi Koblofsky und ihr Stellvertreter Klaus Mittag allerdings nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Die Tatsache, dass das Untergeschoss der Schule noch fest in Handwerkerhand ist, lässt sie nicht verzweifeln. "Wir bekommen ein neues Blockheizkraftwerk. Das wird schon", sagt Klaus Mittag und fügt noch hinzu, dass die Heizung ja nur in den Ferien ausgebaut werden konnte. In Zukunft kann die Heizung vom Hausmeister über Laptop gesteuert werden. Dadurch erhofft man sich Energieeinsparungen.

Unterdessen plant das Stundenplanteam den Unterricht. Bei 367 Schülern und 18 Klassen ist das kein einfaches Unterfangen. Denn zusätzlich müssen sich die Religionslehrer mit der Pestalozzischule, mit der Oberen Schule und mit der Hans-Edelmann-Schule geteilt werden. Bei den Fachlehrern kommt noch die Neudrossenfelder Schule mit dazu.

Mit viel Akribie stecken die Stundenplankoordinatoren die kleinen Steckreiterchen in die Wandtafel. "Wir machen das immer per Hand, weil man so alles wieder leichter ändern kann. Erst am Ende, wenn wir einen Plan haben, übertragen wir die Daten in die Computer", sagt Heidi Koblofsky.
Koblofsky zeigt neu gestrichene Räume und bewundert den blitzblanken Boden. "Wir haben in den Ferien jeden Mittwoch zwischen 10 und 11 Uhr feste Bürozeiten. Denn man muss da sein, wenn Schüler und Eltern anrufen. Und es rufen jede Menge an, um um- und abzumelden, um vergessene Bücher dann doch noch abzugeben." Außerdem findet in den Ferien die Überprüfung der Alarmanlage statt. "Wir müssen die Busfahrpläne koordinieren, die Nachrichten des Kultusministeriums sichten, die Jahrgänge archivieren und einfach ausmisten. Es gibt so viel zu tun." Natürlich hatte sie ein bisschen Urlaub - und war in Namibia. "Da war es kälter als hier."
Heuer ist für die Max-Hundt-Schule ein besonderes Jahr. Denn die Einrichtung feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Aber damit befasst sich Heidi Koblofsky erst, wenn der Stundenplan steht und alles für den ersten Schultag fertig ist.