Fast zu schön war das herbstliche Wetter am Samstagnachmittag, sonst wäre der Musiksaal der Städtischen Musikschule sicher ganz voll gewesen. Als erster Moderator kündigte Thomas Schimmel eine Komposition des fürstlich brandenburgischen Hoforganisten Johann Staden an. "Neue Teutsche Lieder nach Art der Villanellen" hieß das 6-sätzige Werk, woraus vier Tanzsätze von Lisa Stenglein und Susanne Trottmann an der Sopranblockflöte, Anja Gimpel-Henning als Gast an der Tenorblockflöte und Walter Schleicher am Violoncello vorgetragen wurden. Fröhliche, mittelalterliche Melodien, bei denen man die Höfischen förmlich vor dem inneren Auge durch den Ballsaal tanzen sah.


Der hüpfende Floh

"Das Cavaquinho ist eine kleine Gitarre mit vier Saiten", wusste Walter Schleicher als nächster Moderator zu berichten. "Sie wurde 1879 von Madeira nach Hawaii gebracht, wo sie von den Einheimischen als Ukulele bezeichnet wurde, was zu Deutsch ,hüpfender Floh' bedeutet." Lisa Stenglein und Thomas Schimmel ließen daraufhin ihre Finger über die Saiten hüpfen und erfreuten das Publikum mit der Bourree e-moll aus der Lautensuite BWV996 von Johann Sebastian Bach.

Mit den Blasinstrumenten Klarinette und Fagott ging das Konzert weiter. François Devienne, ein Zeitgenosse Mozarts, hatte seinerzeit das Duo Nr. 2 komponiert, bei dem die freundliche Klarinette und das eher bodenständig klingende Fagott ein beschwingtes Duett eingingen, das eine Geschichte zu erzählen schien. Rüdiger Arlt und Frank Starp waren dabei ganz in ihrem Element.

Ein Damenduo stand als nächstes auf dem Programm. Susanne Trottman und Tanja Schaller entlockten ihren Querflöten leichte Melodien des Komponisten Franz Anton Hoffmeister. Gleich im Anschluss setzte sich Susanne Trottmann an den Flügel und beeindruckte mit der Sonate Nr. 25 in G-Dur, op. 29, von Ludwig van Beethoven, die sie auswendig, mit großer Hingabe und tempogeladen spielte.


Sinatra lässt grüßen

Auch beim nächsten Stück blieb das Klavier das zentrale Instrument, als Thomas Schimmel "Fly me to the moon" präsentierte, ein populäres Stück von Bart Howard, das auch schon Frank Sinatra im Repertoire hatte. Unterstützt wurde der Pianist gesanglich von den "Andrew Sisters" Tanja Schaller, Lisa Stenglein und Susanne Trottmann.

Auch den Abschluss des Lehrerkonzerts machte das Klavier, dieses Mal aber in der jazzigen Paarung mit einem Saxophon. Thomas Schimmel am Piano und Rüdiger Arlt am Altsaxophon haben die eindrucksvolle "Suite Hellenique" des Spaniers Pedro Itturalde zwar nur zwei Mal gemeinsam geübt, aber das merkte man der Darbietung wahrlich nicht an. Gekonnt ließ Jazzer Thomas Schimmel seine Finger über die Tasten tanzen. Und die Saxophontöne, die Rüdiger Arlt seinem Instrument entlockte, gingen direkt unter die Haut und ließen den Zuhörer durch die Straßen von New York oder Chicago wandeln.