Gut drei Jahre ist es inzwischen her, dass die Ludwigschorgasterin erste Erfahrungen mit einer Echse sammelte. Drei Jahre, in denen sie nicht nur zur Expertin für Lebend-Futter avancieren sollte. Denn was Elvira Konrad auf der Suche nach Nahrung für ihre Bartagamen in Fachgeschäften und Baumärkten vorfand, war nach ihrer Ansicht mehr als dürftig. Die Echsen brauchen wie andere Reptilien lebende Insekten als Futter. "Die haben ja einen Jagdtrieb. Und der will befriedigt werden", weiß die Ludwigschorgasterin. Das Angebot in der näheren und weiteren Umgehung jedoch war "nicht befriedigend". Viele der Futter-Insekten in den handelsüblichen Dosen waren bereits tot, hatten vermutlich seit langem selbst keine Nahrung mehr bekommen.

Futter für das Futter
"Ich habe dann zusammen mit Bekannten im Internet wesentlich bessere Qualität gefunden und bestellt", erinnert sich Elvira Konrad. Und zwar gleich in größeren Mengen.

Statt die Insekten bis an ihr natürliches Ende in den kleinen Dosen zu belassen, setzte sie die Lebend-Nahrung in Terrarien. Und fütterte sie. Futterkleie, Weizenkeimlinge, Fischfutter und auch hier und da ein bisschen Gemüse. Auf diese Weise konnte sie sicher sein, dass die Reptilien gut genährtes Futter bekommen.
Die Idee, die Futter-Insekten selbst zu züchten, blieb natürlich nicht aus. Musste nach intensiver Recherche aber schnell wieder verworfen werden. "Dazu bräuchte man Raumtemperaturen um die 35 Grad, Dauerlicht, Eiablagebehälter und vieles mehr. Einfach ein Wahnsinnsaufwand."

Also beließ es Elvira Konrad bei der Internet-Bestellung. Und eröffnete als Antwort auf stetig steigende Nachfrage im September 2012 ein eigenes Ladengeschäft mit eigenem Internetauftritt ( www.elfis-futterkiste.de ). Dafür wurde kurzerhand die Doppelgarage in der Weinleite umgebaut und artgerecht beleuchtet und beheizt.
In zahlreiche Terrarien finden sich dort Heuschrecken der unterschiedlichsten Art, Heimchen, Mehlwürmer, Schaben und Grillen. Eben alles, was Reptilien wie den Bartagamen oder den Chamäleons so schmeckt.
Daneben füllen alle möglichen Utensilien die Regale, die für die Einrichtung eines Terrariums wichtig sind und den Echsen das Dasein angenehmer machen.

Dass sie das Ladengeschäft sogar um Katzen-, Hunde- und Nagernahrung erweitert hat, ist ebenfalls der Nachfrage geschuldet.

Nicht ohne Sachkundenachweis
Und es kam, wie kommen musste: Elvira Konrad bietet inzwischen nicht nur Reptilienfutter an, sondern auch die Exoten selbst. Dafür hat sie eigens den erforderlichen Sachkundenachweis abgelegt und sich der Prüfung durch das Veterinäramt unterzogen. Die faszinierenden Reptilien bestellt sie nicht über den Großhandel, sondern sucht sie persönlich bei Börsen aus. Oder sie übernimmt den Nachwuchs der Kundschaft. So kommen Bartagamen, Chamäleons, Kornnattern sowie Landschildkröten und diverse Froscharten nach Ludwigschorgast und warten dort auf ein neues Zuhause.

Dass Elvira Konrad mit dem Verkauf von Reptilienfutter offenbar eine oberfränkische Marktlücke geschlossen hat, zeigt die Nachfrage. "Aber reich werde ich damit nicht. Das ist einfach meine große Leidenschaft", sagt die Ludwigschorgasterin. Eine Leidenschaft, die Kinder und Ehemann unterstützen. Die Tiere in den privaten Terrarien im Wohnhaus, die Peter Konrad nach Maß gefertigt hat, beeindrucken jedenfalls jeden Besucher.

Nur die afrikanischen Weißbauchigel lassen sich tagsüber nicht blicken. Die sind nachtaktiv.