Überall schießen Kinderfeuerwehren aus dem Boden. Die Verantwortlichen haben längst erkannt, wie wichtig es ist, auch die Kids zwischen sechs und zwölf Jahren für den Dienst zu begeistern.

Die Feuerwehr Lanzendorf war hier der Vorreiter, denn bereits im Jahr 2003 machte sich Doris Hoppert daran, eine Kindertruppe zu gründen. Die hat sich über all die Jahre nicht nur gehalten, sondern auch fortentwickelt, so dass die Kids bereits mit einzelnen Handgriffen vertraut sind. Heute zählt die Kinderfeuerwehr Lanzendorf stolze 25 Mädchen und Jungen, die sich anschicken, das Handwerk für einen geordneten Löscheinsatz von der Pike auf zu lernen.

Wie ein Ernstfall

Es war mehr ein Zufall, dass Doris Hoppert vor 16 Jahren auf die Idee kam, eine Kinderwehr zu gründen. Sie arbeitete damals in der Kita, und immer wenn die Feuerwehr ausrückte, klebten die Jungen und Mädchen mit ihren Gesichtern am Fenster. "Wir haben dann gesagt, dass wir es einmal ausprobieren", blickt Tochter Jessica Hoppert zurück. "Wir hatten sogar 35 Gründungsmitglieder, von denen wir bereits fünf als Dienstleistende übernommen haben, die restlichen Kids sind in der Jugendfeuerwehr."

Die kürzliche Übung der Kinder glich einem echten Ernstfall: Der Brandcontainer wurde mit Holz bestückt und angezündet, um danach einen Löscheinsatz vorzunehmen. Michaela Freiesleben-Ströhlein: "Wir haben die Jungen und Mädchen zunächst für diesen Einsatz theoretisch geschult und und klare Grundregeln vorgegeben, an wen sie sich zu halten haben oder welcher Abstand zum Container einzuhalten ist."

Die Kinderfeuerwehr ist seit geraumer Zeit auch ein fester Bestandteil der Feuerwehr Lanzendorf. Dazu Michaela Freiesleben-Ströhlein: "Durch die Gesetzesänderung haben wir jetzt für die Kleinen auch einen besseren Versicherungsschutz."

Kinder sind mit Begeisterung dabei

Zum Löscheinsatz fanden sich acht Mädchen und sechs Jungen im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses Lanzendorf ein. Warum sie dabei sind, darüber machten sie ganz unterschiedliche Aussagen. So meinte etwa Florian Horn (10): "Man kann viel machen, ich mag die Feuerwehr einfach. Ich habe in der Kinderfeuerwehr auch viele Freunde."

Der Jüngste ist erst sechs

Julian Höreth (10) findet es cool, einfach einmal was anderes zu machen: "Ich spiele eigentlich nur Fußball oder helfe meinem Vater zu Hause." Mit Sofia Ködel (10) war auch ein Mädchen dabei: "Mein Papa ist selber Feuerwehrmann. Ich möchte auch einmal Feuerwehrfrau werden und die Menschen retten."

Einer, der vor Löscheinsatz schon ganz schön aufregt war, war mit Fin Wolfrum (6) der Jüngste. "Ich gehe öfter mit meinem Papa zur Feuerwehr." Mia Ströhlein, die sogar an ihrem achten Geburtstag zur Übung kam, freute sich einfach auf das gemeinsame Üben. Der Älteste in der Runde war Elias Glaser (10): "Ich war vor einem Jahr hier, damals haben mich meine Freunde einfach dazu geholt. Mir hat es bis heute gefallen."

Treffen einmal im Monat

Einmal im Monat treffen sich die Kids zum Unterricht oder zur Übung, die in der Regel vom Jugendbeauftragten der Feuerwehr, Dennis Täuber, vorbereitet und mit weiteren Floriansjüngern durchgeführt wird. Natürlich war zunächst eine kurze Anfahrt mit dem Tanklöschfahrzeug angesagt, bevor es an die Arbeit ging.

Mit klaren Befehlen von Dennis Täuber wurde der Einsatz dann von der Mannschaft abgewickelt. Die Kids konnten dabei die einzelnen Schritte und Handgriffe nachvollziehen - und natürlich durften sie auch den Brand mit Wasser bekämpfen. Bei der Frage, warum die Kids die Wehr so cool finden, kam häufig auch die Antwort: "Weil sie Menschen rettet!" Und Kommandant Daniel Kohl stellte fest: "Wir haben frühzeitig erkannt, wie wichtig die Jugend für unsere Feuerwehr ist."