40 Jahre alt ist das Evangelische Jugendheim Weihersmühle geworden - und dieser Anlass wurde am Samstag mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gebührend gefeiert. Dabei stellte der Landesbischof die Leidenschaft heraus, mit der sich Menschen für ihre Kirche einsetzen: "Dafür bin ich einfach wirklich von Herzen dankbar und sage immer wieder, lasst uns daran anknüpfen, und lasst uns immer wieder die geistlichen Quellen, aus denen wir leben, anzapfen, Kraft gewinnen und uns über eine Botschaft freuen, die eigentlich unübertrefflich ist."

Landesbischof Bedford-Strohm sprach sich dafür aus, die Jugend noch stärker als bisher einzubinden. Die Evangelische Kirche sei eine authentische, öffentliche Kirche, die dazu berufen sei, die Liebe Gottes in der ganzen Welt zu bezeugen. Und das habe auch Auswirkungen auf ein Haus wie die Weihermühle.

Dekan Thomas Kretschmar hieß Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum 40. Geburtstag der "Weihermühle" zusammen mit Diakon Stefan Ludwig willkommen: "Wir freuen uns, dass Sie das erste Mal in der neuen Weihermühle sind, denn die alte kannten Sie ja schon." Nicht unerwähnt ließ der Dekan, dass Landessynodalin Christina Flauder den Besuch des Landesbischofs eingefädelt hat.

Heinrich Bedford-Strohm sprach von dem Atem einer wunderbaren Gemeinschaft, den er im Hause Weihermühle spürt: "Nehmen sie den Besuch auch als ein Zeichen der Wertschätzung für dieses Haus, vor allem auch für das, was die Region mit diesem Haus verbindet."

Der Landesbischof nahm auch kurz zu der Entscheidung über die Jugendbildungsstätte Stellung, deren Vergabe in den Landkreis Coburg für große Enttäuschung gesorgt hatte: "Ich kann aber von ganzen Herzen sagen, Sie haben unglaublich gewonnen durch diesen ganzen Prozess. Die Weihermühle ist jetzt in aller Munde - und zwar wirklich nur positiv. Das sage ich nicht nur, um tröstende Worte zu spenden, sondern von ganzem Herzen." Deshalb sei in den nächsten Jahren eine halbe Stelle zur pädagogischen Begleitung geschaffen worden. Bedford-Strohm versprach, noch "einige andere Dinge zu unterstützen, um diese Arbeit hier noch weiter zu fördern".

Der Landesbischof kannte das alte Haus "Weihermühle", als er vor 20 Jahren zu einer Pfarrerfortbildung in seinen ersten Amtsjahren hier war: "Wenn ich jetzt sehe, was daraus geworden ist, dann freue ich mich einfach riesig darüber."

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: "Es steht fest für mich, dass das, woraus die Weihermühle lebt, zu den großen Zukunftsaufgaben unserer Kirche gehört, nämlich die Arbeit mit jungen Menschen, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Wir wissen alle, wie schwierig die Zeiten für die Kirche geworden sind, insbesondere auch, was junge Menschen betrifft." Denn die Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation sei sehr gefährdet.

 

Zwei wichtige Stichpunkte

An Hand von zwei Stichpunkten, der Pluralisierung und der Individualisierung, machte der Landesbischof diese Herausforderung deutlich: "Das heißt schlicht und einfach, dass die Menschen heute völlig unterschiedliche Lebensweisen haben und völlig unterschiedliche Lebensstile pflegen und völlig unterschiedliche Erwartungen auch an die Institutionen haben. Das spürt die Politik, das spürt der Staat, das spüren die Kommunen und das spüren die Akteure, die für eine bestimmte Sache in der Gesellschaft eintreten."

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) hob besonders die Bedeutung der Weihermühle für den Landkreis hervor: "Es ist heute ein großer Tag für die Weihermühle, es ist nicht nur ein Jubiläum, sondern es ist ein Signal für die Zukunft, eine positive Orientierung."

Und eines machte der Landrat auch deutlich: "Der Stellenwert der Jugendarbeit muss ein hoher sein und der Stellenwert unserer Jugendarbeit im Landkreis Kulmbach ist ein außerordentlicher."