Als 1993 die Wernsteiner Solistenkonzerte ins Leben gerufen wurden, hatten sich die Initiatoren wohl nicht träumen lassen, dass die Veranstaltungen auch nach fast 20 Jahren noch immer den Kulturkalender im Landkreis Kulmbach bereichern. In einigen Wochen wird sogar ein kleines Jubiläum gefeiert: Am 22. April um 18 Uhr findet im Ahnensaal im Schloss Thurnau das 50. Solistenkonzert statt - mit dem Bayreuth-Festival-Violinquartett. Seit vielen Jahren organisiert der Wernsteiner Roland Friedrich diese Veranstaltungen.

BR: Wann wurden die Solistenkonzerte ins Leben gerufen?
Roland Friedrich: Die Gründung erfolgte 1993 durch Mathias Hartmann, Jaroslav Sveceny und Aleksandra Zubielewicz-Schmidt. Seitdem fanden regelmäßig Kammerkonzerte mit tschechischen und polnischen Künstlern statt. Es folgten gemeinsame Konzertreisen nach Tschechien und Polen.

Was waren die Highlights?
Die Solistenkonzerte 1994 auf Schloss Wernstein und in den Jahren 1999, 2001 und 2008 auf der Plassenburg waren Kulturhöhepunkte im Raum Oberfranken. Herausragend war auch das erste Europakonzert 2005 in Neudrossenfeld, dem Gründungsjahr des Vereins Focus Europa.
Wie kamen Sie zu den Solistenkonzerten?
Ich war von Anfang an dabei, aber offiziell bin ich erst nach zehn bis zwölf Konzerten als Veranstaltungsorganisator aufgetreten. 1995 wurde außerdem die Freie Musikausbildung Mainleus e. V. gegründet, deren Vorsitzender ich bin und die als Veranstalter auftritt. Die drei bereits genannten Künstler haben an der Musikausbildung auch unterrichtet. Mathias Hartmann macht das heute noch.

Haben Sie sich vor fast 20 Jahren vorstellen können, dass die Veranstaltungsreihe so lange läuft?
Ich habe es mir gewünscht. Die Reihe der Europakonzerte habe ich mit entwickelt, um auf ein neues Europa aufmerksam zu machen, um ein Bewusstsein für Europa zu schaffen und die Menschen und ihre Initiativen in ihren Regionen zu fördern. Deshalb stammen die Gründungsmitglieder der Solistenkonzerte aus Polen, Tschechien und Deutschland - der Mitte Europas. Das alles ist aus einem freien Geist heraus entstanden - ohne staatliche Förderung. Da ist etwas über die Grenzen hinaus erwachsen.

Woher kommen Ihre Künstler?
Normalerweise werden die Konzerte aus dem Kollegium der Musikausbildung bestückt oder es sind Kulturgrößen aus Tschechien und Polen. Für das 50. Konzert habe ich vier meisterhaft spielende Geigerpersönlichkeiten aus dem Festspielhaus Bayreuth ausgesucht.

Welche Pläne und Ziele haben Sie für die nächsten Jahre?
Ich hoffe, das Musikinstitut ausbauen zu können. Weiter würde ich mir wünschen, dass im Schloss Wernstein ein Saal hergerichtet würde oder es in der Waldorfschule einen Raum geben würde, der einer Bühne und 200 Besuchern Platz bietet. Dann könnte man im Landkreis Kulmbach noch schönere Konzerte anbieten. Leider gibt es hier keinen schönen neuen Konzertsaal. Wenn wir da einen bekämen, wäre das wunderbar.
Die Fragen stellte Jürgen Gärtner.