Eigentlich hatte Monika Kober gedacht, sie zieht in die Einsamkeit, als sie vor rund drei Jahren das Anwesen Putzenstein hinter Neustädtlein am hintersten Rand des Landkreises Kulmbach kaufte. Doch tatsächlich ist Putzenstein mit ihrem Einzug zu einem Mekka für Kulturfreunde geworden. Die Kulturscheune war eine der ersten Dinge, die Monika Kober in ihrem neuen Domizil aufgebaut hat. Mit der Hilfe ihres Freundes, der Familie und weiterer Unterstützer.
Mit ihrem einzigartigen Gespür für Stil und ihrer Liebe zum Detail hat sie in dem ehemals heruntergekommenen Anwesen einen einmalig schönen Ort geschaffen. Zu Anfang stand ein Architekt zur Seite, doch den sparte sich die Fotografin und Sängerin bald. Besucher und immer wieder neue Künstler sind von dem Zauber rund um Putzenstein gefesselt.
Der Kabarettist Klaus Karl-Kraus zum Beispiel war eigentlich wegen eines Fototermins bei Monika Kober, doch dann betonte er immer wieder, er wolle hier mal eine Lesung machen. Monika Kober muss heute noch lachen, wenn sie daran denkt, dass sie damals gar nicht wusste, wer Klaus Karl-Kraus eigentlich ist. Doch sie fand es schnell heraus. Heute verbindet beide schon fast eine Freundschaft. Schon mehrfach war Klaus Karl-Kraus in Putzenstein - als Künstler, als Gast und einmal auch zu Dreharbeiten mit dem Bayerischen Rundfunk.
Und auch weitere Künstler kommen gerne und treten auf der kleinen feinen Bühne auf. Ist sie bestuhlt, dann passen rund 70 Zuschauer in die Scheune. Und manchmal sind die Tore auch weit geöffnet. Dann können mehr Besucher das einmalige Flair des Anwesens genießen.


Weitere Pläne

Monika Kober hat sich mit Putzenstein einen Traum erfüllt. Hier lebt und arbeitet sie. Hier hat sie ihren Rückzugsort und gleichzeitig den Ort, an dem sie sich selbst verwirklicht. Nach und nach restauriert sie noch weitere Teile des Anwesens. Als nächstes soll ein Gewächshaus aus alten Fenstern des Anwesens folgen. Im ehemaligen Waschhaus hinter dem Haus kocht sie Marmelade und Chutney und backt Kuchen in der eigens dafür eingerichteten Gastronomieküche.
In der Scheune nebenan probt sie mit dem Monika-Kober-Trio für ihre Auftritte. Auch in Putzenstein tritt die Wirtin selbst auf - und viele weitere Künstler aus der Region und weit darüber hinaus. In den letzten zwei Jahren, seitdem die Kulturscheune ihre Scheunentore geöffnet hat, ist die Fangemeinde peu à peu gewachsen. Wer hierher kommt, der kann sich sicher sein, dass er eine kulturell hochwertige Veranstaltung besucht, auch wenn die Palette riesig ist: Von Theater bis Musik von klassisch bis modern.
Und dann ist dann noch das gewisse Etwas: Den Kulturbegriff zieht Monika Kober weiter, als viele andere. Auch Dorfkultur und Bräuche gehören für sie dazu. Erntedank, der erste Mai und auch das Lichterfest wird groß gefeiert. Hier kommen die Menschen miteinander ins Gespräch - es ist wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit: ungezwungen und entspannt. So gefällt es Monika Kober und so ist sie auch selbst ungezwungen und entspannt.


Lichterfest

Am letzten Januarwochenende können Besucher beide Facetten des kulturellen Lebens in Putzenstein noch einmal erleben. Am Freitag. 29 Januar, 20 Uhr tritt die Band "Tanquoray" auf. An den drei Vollblutmusikern führt seit 20 Jahren für den regionalen Musikfreund und Konzertbesucher in Nordbayern kein Weg vorbei.
Mit ihren Stammbands "Grand Slam" oder "Los Dos y Companeros" sind sie deutschlandweit und auch darüber hinaus auf den großen Livebühnen zu Hause. Einer der drei - Dolo - ist aus der Fernsehshow "Voice of Germany" bekannt. Karten gibt es noch zu kaufen. Kartenreservierung unter 09228-995460 oder direkt in Putzenstein.
Und am Sonntag, 31. Januar, ab 16 Uhr wird das Lichtfest gefeiert. Es zieht jedes Jahr viele Besucher an. Dabei werden die Christbäume traditionell verbrannt und so das neue Jahr willkommen geheißen.
Am Samstagnachmittag wird Monika Kober mit Freund Rainer durch Felkendorf und Limmersdorf fahren, um die Bäume vom Straßenrand einzusammeln. Am Sonntag dann sind alle zum Lichterfest eingeladen. Und die letzten Jahren haben bereits gezeigt: Es ist ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis und eine schöne Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dorfkultur eben.