Mit 20 Mitgliedern und noch einigen Besuchern war die Zusammenkunft in der Gaststätte "Fränkischer Hof" auf verhältnismäßig großes Interesse gestoßen. Schon im Vorfeld hatten die meisten Anwesenden damit gerechnet, dass sich kein neuer Vorsitzender finden würde. Der derzeitige Vorstand hatte daher den Antrag auf Auflösung des Vereins auf die Tagesordnung gesetzt.

Pöhlmann: Massiver Widerspruch

Nach massivem Widerspruch gegen die Auflösung von stellvertretendem Bürgermeister und Kultur in Thurnau-Mitglied Veit Pöhlmann endete die Abstimmung unentschieden. Damit bleibt der Verein bestehen, wird jedoch - wie von Pöhlmann vorgeschlagen - "ruhen". Das bedeutet, dass es vorerst keine Veranstaltungen und Aktivitäten geben wird. Die Hoffnung vieler Vereinsmitglieder und Thurnauer ist es nun, dass sich der eine oder andere doch auf die Wichtigkeit des Vereins besinnt und sich ein Vorsitzender findet. Sobald das geschehen ist, kann die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Rückzug steht fest

Für den derzeit amtierenden Vorsitzenden Eberhard Beier, der wie auch der restliche Vorstand sein Amt fortführen muss, solange die Posten nicht neu besetzt sind, geht an einem Rückzug kein Weg vorbei.

"Ich habe dieses Amt seit neun Jahren ausgeführt, das ist ein Jahr mehr als mein Vorgänger und Vereins-Gründer Wolfgang Ziller. Es muss ein frischer Wind her", begründete Beier seine Entscheidung. In seinem Rechenschaftsbericht berdauerte er, dass die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren stetig gesunken sind. 2013 sei jede Veranstaltung im Durchschnitt von 102 zahlenden Gäste besucht worden. Insgesamt waren es seit der Vereinsgründung 137 pro Veranstaltung.

Es fehlt an jungen Besuchern

"Die Leute, die kommen, sind begeistert, aber uns fehlt es an jungen Besuchern zwischen 30 und 60 Jahren. Den Geschmack dieser Generation können wir nicht mehr treffen", so Beier . Das Alter der Vorstandsmitglieder ist nach seinen Angaben der Hauptgrund für den notwendigen Wechsel. Viele gehen stark auf die 80 zu oder haben dieses Alter bereits überschritten.

"Interessenten von außerhalb"

Innerhalb des Vereins und seinen knapp 160 Mitgliedern ist in den letzten Jahren bereits intensiv nach einem neuen Vorsitzenden gesucht worden. Anwärter für eine Vorstandsmitgliedschaft gibt es viele. Allein die Besetzung der Spitzenposition ist derzeit problematisch. Nun wird die Suche noch einmal deutlich ausgeweitet."Wir haben verschiedene Interessenten auch von außerhalb, aber eine solche Entscheidung muss von den Betroffenen natürlich gut abgewogen werden", so Vorstandsmitglied Gerd Sell.

Dabei steht der Verein Kultur in Thurnau gar nicht schlecht da. Ausgaben und Einahmen haben sich in diesem Jahr fast die Waage gehalten. 12.000 Euro stehen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite. Gedeckt werden sie zu je rund einem Drittel durch Spenden, Eintrittsgelder und Mitgliedsbeiträge.