Die Kulmbacher "Waschies", die durch die TV-Sendung "Die Höhle der Löwen" auf Vox bekannt geworden sind, starten durch. Zwei Millionen Reinigungspads wurden seit der Ausstrahlung Ende September schon verkauft. "Die Zahlen sind der Wahnsinn. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen", sagt "Waschies"-Erfinderin Carolin Schuberth im Interview.

Die 43-Jährige hatte in der Fernsehsendung Ralf Dümmel, den Geschäftsführer der international tätigen Handelsgesellschaft DS Produkte, als Investor gewinnen können. Dümmel hat für 50 000 Euro 20 Prozent der Firmenanteile erworben und die "Waschies" in der Folge im Handel platziert.

Frau Schuberth, wie haben sich die Verkaufszahlen seit der Zusammenarbeit mit Ralf Dümmel entwickelt? Rasant. Wir hatten in Eigenregie über viele Monate rund 20 000 Stück verkauft. Jetzt sind es innerhalb von nur wenigen Wochen schon zwei Millionen "Waschies", die produziert und verkauft worden sind. Allein beim Teleshopping-Sender QVC sind an einem Tag 42 000 unserer großen Siebener-Packungen geordert worden. Das war für mich vorher unvorstellbar. Von solchen Verkaufszahlen hatten wir bis dahin nur geträumt.

Welchen Anteil hat Ralf Dümmel an dem Erfolg? Ohne ihn wäre das nie möglich gewesen. Er vertreibt mit seiner Firma um die 4000 Produkte, weiß, auf welche Handelswege man setzen muss. Sein Unternehmen kümmert sich bei den "Waschies" um die Produktion und den Vertrieb, unser Team in Kulmbach, das bis dato alle Aufgaben gestemmt hatte, ist jetzt "nur" noch für die Entwicklung und Werbung zuständig. Wir sind froh, dass wir dank Ralf Dümmel bei Edeka, Karstadt und Douglas gelistet sind. Sein und unser Ziel ist es, dass die "Waschies" bald auch dauerhaft in den Regalen der großen Drogerieketten stehen. Das wäre natürlich die Krönung. Auch den internationalen Markt haben wir im Visier. Bis dato gibt es unsere Waschpads ja "nur" in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich.

Die ersten Verpackungen waren Eigenkreationen, die jetzt im Handel erhältlichen sind weniger trendy. Was hat das für einen Grund? Als Werbeagentur hatten wir natürlich großen Wert auf eine besonders stylische Optik gelegt. Die jetzigen Verpackungen sind für den Handel entworfen worden. Sie sollen den Kunden in den Regalen ins Auge fallen. Wir haben uns da auf das Know-how von Ralf Dümmel verlassen. Und die Verkaufszahlen sagen uns, dass das richtig war.

Bei vielen Produkten, die durch die Fernseh-Show bekannt werden, gibt es im Laufe der Zeit immer wieder Innovationen. Die "Waschies" gibt es bis dato in zwei Varianten: zur Reinigung empfindlicher Kinderhaut, aber auch zum Abschminken. Gibt es weitere Ideen? Wir sind natürlich am Tüfteln, haben im Augenblick ganz besonders die Pflege im Visier. Das ist ein Bereich, in dem es ja besonders auf die Hygiene ankommt. Da sehen wir für unsere "Waschies", die hautfreundlich, wiederverwendbar und in der Waschmaschine problemlos zu reinigen sind, großes Potenzial.

Die ersten "Waschies" wurden in der Anfangszeit in einer Weberei in Stammbach gefertigt. Nun geht die Produktion in die Millionen - wo werden die "Waschies" hergestellt? Kleine Mengen lassen wir nach wie vor in der Weberei in Stammbach produzieren. Die großen Mengen werden allerdings in Asien gefertigt. Dort gibt es Produktionsstandorte, in denen sich Weberei, Näherei und Verpackung zusammen in einer großen Fertigungsstraße befinden. Würden wir die "Waschies" allein in Deutschland fertigen lassen, wäre das für uns nicht zu bezahlen.

Die "Waschies" sind ein Verkaufsschlager. Gibt es da dann auch Neider? Wir haben nicht wegen Reichtum geschlossen, wie so mancher denken mag, der uns vielleicht auch den Erfolg neidet. Unser eigener finanzieller Gewinn ist nicht so groß, wie es sich so mancher vorstellen mag. Wir haben viel Geld in die Entwicklung gesteckt und müssen jetzt in die Produktion und Werbung investieren.

Apropos Werbung. Welche Rolle spielen die sozialen Medien? Eine große. Geworben wird da teilweise auch, ohne dass wir nur einen einzigen Euro investieren müssen. Schauspielerin Giulia Siegel, die die "Waschies" selbst benutzt, wirbt auf Instagram ebenso wie zahlreiche Bloggerinnen, die offenbar von unserem Produkt begeistert sind.

Die Fragen stellte Alexander Hartmann