Daran angehängt war eine fest in Styrodur verpackte Videokamera an einem kleinen Fallschirm, um den Höhenflug auf Video festzuhalten.

"Wir sind dankbar, dass das Wetter heute mitspielt, denn die Vorbereitungen waren alles andere als unkompliziert", sagte Sebastian Müller, Leiter des P-Seminars. Der Mathematik- und Physiklehrer hatte im Fernsehen einen solchen Wetterballon gesehen und hielt das für ein gutes Thema für ein P-Seminar.

Die Suche nach einer Versicherung

"Den Ballon für Freizeitflüge haben wir im Internet bestellt, das war noch das Einfachste", verriet er. Komplizierter sei der administrative Teil gewesen, die Genehmigung des Luftfahrtamts beispielsweise oder das Abschließen einer Versicherung. "Überhaupt eine Versicherung zu finden, die so etwas im Portfolio hat, war schwierig."

Zwölf Jungen und Mädchen waren in dem P-Seminar aktiv, haben Sponsoren gesucht, Berechnungen angestellt. Der Ballon stieg etwa 30 bis 35 Kilometer hoch in die Stratosphäre . Bis dorthin hatte sich der Latexballon, der auf dem Boden mit Helium befüllt noch einen Durchmesser von etwa zwei Metern hatte, bis auf zehn Meter ausgedehnt.

Landung bei Chemnitz

"Dann platzt er und das etwa 1000 Gramm schwere Kamerapaket segelt an seinem Fallschirm zurück zur Erde", erklärte Sebastian Müller vor dem Start. Und das immerhin mit etwa 25 Stundenkilometern, da hofften alle natürlich, dass durch die Kamerabox weder Schäden verursacht werden, noch dass die Kamera in einem Gewässer landet.

Sobald die Teile nach dem etwa zweistündigen Ballonflug gelandet war - und zwar in Mulda in der Nähe der sächsischen Stadt Chemnitz, machten sich die Mitglieder des P-Seminar auf den Weg, um sie anhand von GPS-Daten zu suchen.

"Wir erwarten, dass sie in Richtung Erzgebirge fliegt und in etwa 100 Kilometern Entfernung von hier runterkommen wird", hatte der Physiklehrer prophezeit, da lag er gar nicht so weit daneben.

Gestartet war der Ballon am MGF allerdings zunächst in Richtung Frankenwald.

Schüler planen Film

Nachdem sie die Kamera sichergestellt haben, werden die Schüler die Daten auswerten. "Wir sammeln Daten zu Temperatur, Luftdruck und Höhe", sagte Paul Wachter, Teilnehmer des P-Seminars. "Und wir werden einen Film zusammenschneiden, den dann auch die anderen Schüler anschauen können."

Er und sein Mitschüler Joshua Söldner fanden das Projekt spannend und sind gespannt, die Erde mal aus dem All zu sehen. "Klar, ist das alles nichts Neues", sagte Joshua, "aber ein solches Experiment selbst durchzuführen ist schon etwas Besonderes."

Handyverbot aufgehoben

Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete die Aktion als ein tolles Projekt. "Dass sich das MGF in die Stratosphäre begibt, auf so eine Idee muss man erst einmal kommen. Ich hoffe, dass alles gut geht."

Auch Schulleiter Horst Pfadenhauer unterstützte die "Mission Stratosphäre". "Es ist ein besonderes Projekt im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, das eine lange Vorbereitung brauchte." Für den Zeitpunkt des Starts hob er sogar das Handyverbot für alle Schüler auf, die sich um die Startfläche auf dem Hartplatz des Gymnasiums drängten.