Weihnachten steht vor der Tür - und das große Suchen nach den passenden Geschenken ist in vollem Gange. Wer noch etwas braucht, hat jetzt die Möglichkeit, noch einmal zuzuschlagen. Denn das letzte Adventswochenende steht vor der Tür. Der Einzelhandel erhofft sich hier noch einiges.

"Die ersten Wochen waren eher durchwachsen. Die Kauflaune der Leute war noch nicht besonders groß. Das wird wohl jetzt erst zum Wochenende hin passieren", sagt Thorsten Becker, Geschäftsführer des Einzelhandelsverband Oberfranken.

Die These, dass je näher der 24. komme, mehr gekauft werde, bestätigt sich laut Thorsten Becker immer wieder. "Und dann werden besonders gerne Gutscheine gekauft, die sich immer häufiger unter dem Weihnachtsbaum finden."

Aber was wird neben den Gutscheinen noch gerne geschenkt? "Die Klassiker gehen jedes Jahr. Krawatten für den Mann, Parfüm für die Frau - und die Kinder freuen sich über Spielsachen, die meistens elektronisch sind", sagt Thorsten Becker.

Und auch der Preis der Präsente steigt: "Es wird immer mehr für Geschenke ausgegeben. Man schenkt meistens etwas, was sich der Beschenkte selbst nicht leisten würde."

"Ein guter Duft wird sehr gerne geschenkt. Wir haben Kunden, die das jedes Jahr für ihre Frau kaufen", bestätigt Alexandra Hofmann, Inhaberin der Parfümerie Benker in Kulmbach und Vorsitzende der Händlergemeinschaft "Unser Kulmbach".

"Aber nicht nur Ehemänner kaufen für ihre Frauen etwas, auch Töchter und Enkel oder Mütter freuen sich immer über einen guten Duft", sagt Hofmann.

In dem Traditionsladen rechnet man zum Wochenende hin noch einmal mit einem großen Andrang, deswegen wird am Samstag bis 17 Uhr geöffnet sein. "Wir wollen unseren Kunden mit Beratung zur Seite stehen."

Auch im Media Markt in Kulmbach werden am Freitag und Samstag noch einmal verstärkt Mitarbeiter eingesetzt. "Wir arbeiten dann mit unserer kompletten Mannschaft, damit wir den Kunden gerecht werden können", sagt Elke Farniok, Geschäftsführerin des Media Markts in Kulmbach.

"Was wir feststellen, was über die letzten Jahre immer mehr zunimmt, ist die Bestellung online und die Abholung dann in unserem Laden. Bezahlen können die Kunden auch erst bei Abholung", erklärt Farniok.

"Handys und Tablets sind der Renner. Auch die sprachgesteuerten Lautsprecher sind sehr beliebt. Trotz des Preises wird das iPhone XS gerne geschenkt", sagt Elke Farniok. "Und Gutscheine sind natürlich auch sehr beliebt. Das können dann schon mal bis zu 200 Euro sein."

"Der Trend geht bei uns eher zu den Gutscheinen - und dort werden die geschenkten Beträge auch höher, was an der hochpreisigen Ausrüstung liegt, die wir verkaufen", sagt Robert Leithner, Geschäftsführer von Intersport Leithner in Kulmbach.

"Besonders groß wird der Ansturm aber wahrscheinlich erst nach Weihnachten werden. Dann kommen die Leute und wollen unpassende Geschenke umtauschen oder ihre Gutscheine direkt einlösen", vermutet Robert Leithner.

"Im Vergleich zu letztem Jahr hängen wir aber noch etwas hinterher. Das liegt aber auch an dem Wetter. Die Winterware ist dadurch als Wunsch für den Weihnachtsbaum weniger geeignet. Dafür wird mehr Bekleidung für den Ganzjahressport gekauft", erklärt Robert Leithner.

Auch in der Textilbranche macht sich das fehlende Winterwetter beim Geschenke-Einkauf bemerkbar. "Da das Wetter momentan noch nicht so auf Winter einstimmt, werden weniger Großteile wie Jacken und Mäntel verschenkt", sagt Werner Türk, Chef von Herrenmode am Holzmarkt.

So landen die Klassiker wieder unter dem Weihnachtsbaum: Krawatte, Schal und Hemd - oder eben Gutscheine. "Wir denken aber, dass in den letzten Tagen noch einmal mehr gekauft wird", sagt der Herrenausstatter.

Den finalen Ansturm vor Weihnachten erwartet auch Gudrun Stübinger. "In den letzten Tagen vor Weihnachten erwarten wir noch einmal mehr Geschenkekäufer. Dann werden bei uns besonders Gutscheine gekauft", sagt die Inhaberin vom Wäschetraum in Kulmbach, "diese werden dann meistens für Dessous verwendet."

Ansonsten wird aber auch im Nachtwäschebereich gerne etwas verschenkt: "Hier kaufen sowohl Männer für ihre Frauen, als auch Mütter für Kinder und umgekehrt."

Im Blumenhandel von Sylvio Klinitzky ist auch für jeden Schenker etwas dabei. "Bei uns kaufen sowohl Männer als auch Frauen Blumensträuße zu Weihnachten für Mütter, Schwiegermütter oder Ehefrauen. Die Nachfrage ist so groß, dass wir am Sonntag eine Zusatzschicht einlegen müssen, damit wir alle Bestellungen abarbeiten können", sagt der Inhaber von Blumen im Ratskeller.

Blumensträuße sind das ganze Jahr über ein beliebtes Geschenk, also auch an Weihnachten. "Wir haben sehr viele Vorbestellungen, die brauchen wir aber auch, damit wir alle Kundenwünsche erfüllen können", beschreibt der Inhaber.

Die Sträuße bekommen natürlich alle ein winterliches Flair. So sind dieses Jahr besonders Rosen, die aussehen, als wären sie gefroren, sehr beliebt. Ein klassischer Strauß liegt dann in einem Preisrahmen von 20 bis 25 Euro.

"Natürlich sind auch Gutscheine bei uns sehr beliebt. Wir haben bis jetzt schon mehr Gutscheine verkauft, als in einem Jahr in unserem alten Laden. Hier kennt auch die Höhe keine wirklich Grenze. Wir haben schon Gutscheine in Höhe von 150 Euro verkauft", sagt Sylvio Klinitzky.

So gibt es für jeden das passende Weihnachtsgeschenk in der richtigen Preisklasse, auch noch ein paar Tage vor Weihnachten.