Die müssen sich halt integrieren! Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Die - das sind die Geflüchteten, für die Deutschland eine neue Heimat wird.

So formuliert ist die Forderung unerfüllbar, denn sie verlangt vom Einzelnen, was nur die Gemeinschaft als Ganzes kann: Menschen aufnehmen, ohne sie umkrempeln zu wollen. Hindernisse aus dem Weg räumen, die Verständnis und Verständigung erschweren.

Zugewanderte müssen natürlich die Bereitschaft mitbringen, Teil unserer Gesellschaft zu werden. Ihnen die Möglichkeit dazu zu geben, das ist unsere Aufgabe. Es kann sonst nichts werden.

Die Hilfe zu geben, ist nicht schwer. Warum sprechen wir die Fremden nicht einfach an, wenn sie uns begegnen, und fragen, wie wir ihnen helfen können? Sie trauen sich nicht? Wieviel schwerer ist das dann wohl für unser Gegenüber, ungeübt in der Sprache, nicht vertraut mit unseren gesellschaftlichen Regeln?

Gelegentlich spürt man in Gesprächen einen Hauch von Arroganz, wenn über die Zugewanderten gesprochen wird und über das, was sie alles nicht tun oder nicht können. Wir vergessen dabei, wie groß die Anpassungsleistung ist, die wir von ihnen erwarten, dass sie mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zu uns kommen. Es sind hochgebildete Menschen unter den Zuwanderern, die aus einem guten Leben geworfen wurden, lebenskluge Pragmatiker, die in ihrer Heimat leicht ihre Nische gefunden haben, bei uns aber an Regeln und Normen scheitern, die sie nicht verstehen, und ebenso Analphabeten, die nie die Chance hatten, eine Schule zu besuchen.

Für alle ist ein glücklichen Neustart möglich. Die Begleitung dabei muss dafür aber so individuell sein wie die Persönlichkeiten. Jeder von uns kann ein Coach auf diesem Weg sein. Probieren Sie es doch einfach mal aus!