Spannende, berührende, erstaunliche Geschichten erzählen - das ist es, was gute Filmemacher erfolgreich macht. Dass solche nicht nur in Großstädten zu finden sind, beweist das Kulmbacher Unternehmen Kama Media. Im Jahr 2000 hat Axel Klawuhn die Produktionsfirma gegründet, die es inzwischen locker mit den Großen der Branche aufnimmt. In den Räumen in der Von-Linde-Straße entstehen Dokumentationen, Reisereportagen, Unterwasserfilme und Magazinbeiträge für das öffentlich-rechtliche und private Fernsehen ebenso wie Imagefilme für Unternehmen und Live-Übertragungen, wie sie beispielsweise dieses Jahr bei der Kulmbacher Motorrad sternfahrt zu erleben waren.

Die Kama Media GmbH hat somit mehrere stabile Standbeine, doch angefangen hat Axel Klawuhn ganz klein - mit selbst produzierten Werbespots. "Daraus ist dann immer mehr entstanden, unter anderem auch der Wunsch nach Selbstständigkeit."

Komplett-Service aus einer Hand

Heute beschäftigt Klawuhn zwölf Mitarbeiter. "Wir sind ein gutes Team, und technisch wie auch redaktionell in der Lage, allen Anforderungen einer modernen Fernsehproduktion zu entsprechen", erzählt der Geschäftsführer. "Wir produzieren Full HD, und wenn der Sender eine Komplett-Produktion möchte, liefern wir alles aus einer Hand, von der Erstellung der Film- und TV-Konzepte über die Finanzierung und die Dreharbeiten bis hin zur Postproduktion.

Erst vor wenigen Tagen war der 53-Jährige mit sechs Mitarbeiterin in Kroatien, um mit dem Supertalent-Gewinner 2011, Leo Rojas, das Video zu seinem neuen Song "Flying Hearts" zu produzieren. Die CD und zwei Videos der Kulmbacher Filmemacher dazu werden am Samstag veröffentlicht.

Gedreht wurde an einem tollen Naturschauplatz, dem Nationalpark der Krka-Wasserfälle. "Alles hat gut geklappt, einschließlich der Drehgenehmigung, doch als wir alles aufgebaut hatten, bekamen wir drei Tage Dauerregen, starken Wind, und es war richtig kalt." Sommerlich leicht bekleidet und barfuß stand Leo vor den Kameras. "Er hat tapfer durchgehalten", sagt Klawuhn anerkennend, der sich dem Künstler auch freundschaftlich verbunden fühlt. Schon im Juni hat er einmal mit ihm gedreht. "Er ist sehr bodenständig, zurückhaltend und künstlerisch sehr aktiv."

Und Leo Rojas hat eine besondere Beziehung zu Kulmbach: Ein Jahr vor seinem großen Durchbruch beim Supertalent-Wettbewerb, hat der Otavalo-Indianer aus Ecuador beim Weihnachtsmarkt 2010 auf dem Marktplatz Panflöte gespielt. "Leo mag Kulmbach und hat sich hier sehr wohl gefühlt", weiß Axel Klawuhn. Der Shooting-Star sei ein sympathischer Typ ohne Allüren: "Er weiß, dass sein Ruhm bald verblassen kann und dass er danach vielleicht wieder auf der Straße spielen muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen."
Axel Klawuhn kommt mit seinem Team viel herum in der Welt. Für 2013 plant er eine kleine Doku über Leo Rojas in seinem Heimatland Ecuador, oft ist er in Kroatien unterwegs - an Land und Unterwasser. "Wir sind in allen Gewässern zuhause, ob tropisches Meer, Mittelmeer, arktische Gewässer, Flüsse oder Seen. Wir verfügen über eine 36-jährige Taucherfahrung und das entsprechende Equipment", sagt der Filmemacher nicht ohne Stolz. Für viele Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat Kama Media schon Imagefilme gedreht.
Daneben gehört Klawuhns Leidenschaft dem fiktionalen Bereich, gerne in Kombination mit Dokumentationen. Ein hochinteressantes Projekt läuft aktuell in Neuenmarkt.

Auf den Spuren der Macht

Im Auftrag des Deutschen Dampflokomotiv-Museums entsteht eine Doku über den Salonspeisewagen 10242, der 1937 für den damaligen Reichskanzler Adolf Hitler gebaut wurde. Nach dem Krieg erfolgte ein Umbau für Generalfeldmarschall Montgomery zum Speise- und Schlafwagen, ehe er 1956 als Funkbegleitwagen in die Bundeskanzlerzüge eingereiht wurde.

"Im Salonwagen wurde große Politik geschrieben, von der Vorbereitung des Münchner Abkommens im Jahr 1938 bis zur Fahrt Willy Brandts in die DDR nach Erfurt 1970", erzählt Axel Klawuhn.

Der 45-Minuten-Film mischt Dokumentation und Fiktion, um die Geschichte für die Zuschauer packend zu erzählen. Die Dreharbeiten werden noch bis Mitte Januar andauern. Bis zu 40 Schauspieler und Statisten, darunter Mitglieder der Buschklopfer und des Schauhaufens, sind mit von der Partie. Mit Hubert Burczek wurde ein erfahrener Schauspieler für die Hauptrolle verpflichtet. Kleidung, Make-up, Accessoires, Stimmungen - für Axel Klawuhn ist entscheidend, dass jedes Detail stimmt. "Es kommt schon mal vor, dass ich eine Szene 40 Mal proben lasse. Ich will Emotionen haben. Nur so wirkt der Film am Ende wirklich authentisch. Da lasse ich nicht locker."

Internet-Fernsehen für Kulmbach

Kama Media ist aber nicht nur Produktions-, sondern auch Ausbildungsbetrieb für Mediengestalter Bild und Ton. Für sie ist als Ableger des Unternehmens der Sender Kulmbach-TV entstanden (www.kulmbach.tv). "Unsere Auszubildenden lernen, zu recherchieren, zu drehen, zu schneiden und das fertige Produkt dann online zu stellen." Dass aus dieser Initiative inzwischen ein regional erfolgreicher Internet-Sender geworden ist, freut Klawuhn sehr: "Es war anfangs ein Wagnis, aber inzwischen rechnet es sich, denn dadurch entstehen auch immer wieder interessante Aufträge."