105 Abiturienten des Caspar-Vischer-Gymnasiums wurden in der Dr.-Stammberger-Halle offiziell aus ihrem Schulleben verabschiedet. "Abicetamol - Schmerz lass nach!" lautete das Motto, aber Oberstufenkoordinatorin Anke Emminger gab den jungen Leuten einen anderen Wunsch mit auf den Weg.  "Ich wünsche euch, dass ihr weiter den Schmerz spürt, denn nur dann steht ihr auf und wollt etwas verändern."


Schmerz lass nach!


Landrat Klaus Peter Söllner hingegen widersprach Emminger mit einem Augenzwinkern, denn seit Mittwoch hätten die Deutschen schon genug Schmerz ertragen müssen. "Jetzt habt ihr erst einmal jede Berechtigung, ordentlich zu feiern."

Beeindruckend war der Beitrag der Abiturienten, stellvertretend präsentiert durch Stefan Röhrich, Deborah Kemnitzer und Leo Schels.


Die Rohstoffe Kulmbachs?


"Ein Abitur ist mehr als ein Blatt Papier", resümierte Stefan Röhrich, nachdem er einen Blick zurück auf die eigene Schulzeit geworfen hatte. Als lange bezeichnete Leo Schels den Weg bis zur Reifeprüfung, aber als Schüler hätten sie sich stets von den Lehrern motiviert gefühlt. Durchaus kritische Worte fand Deborah Kemnitzer in ihrer Ansprache. "Uns wurde einmal gesagt, wir seien die Rohstoffe Kulmbachs, doch trotz der Liebe zur Heimat sollte man uns nicht derart abstempeln."

In einer Welt, in der man immer länger leben dürfe, werde die vielleicht wichtigste Phase, die der Jugend, ohne Ende beschleunigt, um als fertiges Arbeitsmaterial in die Welt geschickt zu werden. "Doch Bildung bedeutet etwas anderes, und es liegt an uns, ob wir als Material gesehen werden oder als Individuen mit Talenten, Begabungen und Vielfältigkeit."

Schulleiterin Ulrike Endres schloss mit einem kurzen Rückblick auf die Schulgeschichte des CVG an, schließlich handelt es sich um einen echten Jubiläumsjahrgang. "Die Geschichte unserer Schule ist zugleich ein Stück weit Emanzipationsgeschichte", sagte sie, "und wir stehen auf den Schultern der vorhergehenden Generationen".


Den Stillstand fürchten


Ganz nach dem Jubiläumsmotto der Schule wünschte sie den Abiturienten, die Veränderung nicht zu fürchten, sondern den Stillstand. Stillstand kannten viele der Absolventen auch gar nicht, zu engagiert waren sie in ihrer Schulzeit, und trotz des großen Engagements schafften zwölf Jugendliche die Abschlussnote 1,5 und besser.

Die Traumnote 1,0 erzielten Manuel Pöhlmann und Veronika Hahn. Manuel wird in Jena Psychologie studieren, seine Steckenpferde am Gymnasium waren Geschichte und Biologie, und natürlich sein Profilfach Psychologie. "Ich war immer ein ganz guter Schüler, in der Oberstufe habe ich mich aber enorm gesteigert", sagte er.

"Chillig" hingegen verlief Veronika Hahns Gymnasialzeit. "Druck machen bringt nichts", sagte sie, "man muss einfach dran bleiben und interessiert sein und entspannt in die Prüfungen gehen". Sie hat vor, Medizin zu studieren. Der Notenschnitt des 70 Abijahrgangs am CVG war mit 2,26 bemerkenswert, 34 Absolventen hatten eine 1 vor dem Komma.