Beim großen Umzug werden wieder viele Überraschungen dabei sein. Verrückte Dinge, an die man nicht wirklich denkt, wenn es um Bier geht. "Wir werden einen Stammtisch aus China dabei haben - einen EKU-Fanclub", verrät Helga Metzel von der Kulmbacher Brauerei vorab. Ein italienischer Stammtisch wird mit von der Partie sein und sogar ein Fanclub aus Mexiko. Doch nicht nur in der Ferne freut man sich schon auf Bierseligkeit pur. So richtig bierfestverrückt sind die heimischen Fanclubs.

Im vergangenen Jahr hat der Stammtisch "douze points" eine Kulmoboter-Bedienung 3000 erfunden. Der Roboter konnte alles, außer selbst Bier trinken. "Musste er ja auch nicht, das Bier trinken ja schon wir", lachen die elf Frauen und elf Männer vom Stammtisch. Mit dem Kulmoboter holte sich der Stammtisch im vergangenen Jahr übrigens den Sieg.


Viel wird nicht verraten
Rainer Greibel (45) hat sich zum "Chef-Entwickler" gemausert. Schützenhilfe bekommt er von Mathias Kerner (44). In einer blicksicheren Garage in Kulmbach wird an dem Gefährt gearbeitet. "Unser Gefährt hat noch keiner gesehen", so Greibel. Aber so viel verraten die Stammtischmitglieder: ihr Gefährt wird mehrere Pferdestärken stark sein und himmlisch schön aussehen.

Sie müssen natürlich im Zuge der Konstrauktionsarbeit viele Bierflaschen leer trinken, schließlich müssen die Kronkorken recycelt werden. "Aber wir trinken nur Kulmbacher und wir gehen auch nur in die Kulmbacher Ecke", verraten sie.

Über hundert Stunden basteln schon alle. "Das wird himmlisch", freuen sich auch die Damen und zeigen ihre Kostüme. Sie sind in bierschaumweiß und bier-goldgelb gehalten. Die Idee hatte Gitti Fick (53). "Wir bauen seit Juni - auch zwischen den WM-Spielen. Nur wenn Deutschland gespielt hat, haben wir kurz aufgehört", erzählt die Frau des Vorsitzenden. "Nur um den olympischen Gedanken geht es uns nicht. Wir wollen schon was gewinnen - Biermarken halt", zeigen sich die Stammtischler selbstbewusst.

"Wir müssen jetzt noch probelaufen, das machen wir am Freitag, hier auf der Straße - aber dann kann man nichts mehr nachbauen", sagen die Stammtischler. Übrigens wird ihr Gefährt so groß sein, dass zwei Kästen Kulmbacher, und zwei Fünf-Liter-Fässla mitgeführt werden können. "Das reicht gerade so von der Brauerei bis zum Festzelt", verrät Matthias Kerner.

Schon viel weiter sind die Damen vom "Unterstanicher Löschtrupp". "Bauen wollen wir nichts. Dann müssten wir ja unser gebautes Zeug aus dem Zelt fahren, nein, das ist uns zu kompliziert", sagt Carmen Krasser (61), die Kassiererin des Stammtisches. Aber trotzdem haben die Damen eine Idee: Sie wollen sich so kostümieren, dass sie gleich im Festzelt bleiben und richtig Spaß haben können. "Letztes Jahr haben wir Bierfässer gemacht", erzählt Krasser und verrät, dass einige Damen nicht als Fass gehen wollten. Nur mit Mühe haben sich alle elf gefügt. Gelohnt hat sich die Überzeugungsarbeit, denn immerhin haben sie damit im vergangenen Jahr den zweiten Platz ergattert. "Wir wollen schon unter die ersten drei kommen", sagt Carmen Krasser, auf deren Balkon sich immer alle treffen.


Frauen hielten länger durch
Die Damen haben übrigens vor exakt 14 Jahren ihren Stammtisch gegründet - als Antwort auf den Stammtisch ihrer Männer namens "Die Ozünder". Die Männer treffen sich inzwischen nicht mehr, "wir haben länger durchgehalten", erzählt Hedwig Schedewie (66). Die Männer dürfen übrigens am Sonntag nicht mit ins Bierfest. "Wieso denn, die müssen uns doch abholen", lacht Kassiererin Carmen Krasser.