Das Herz der Modellbahnfreunde aus ganz Oberfranken und dem benachbarten Thüringen und Sachsen lachte am vergangenen Wochenende, denn auf einer Fläche von über 1400 Quadratmetern gab es am Samstag und Sonntag in der Mönchshofhalle unzählige Modellbahnanlagen zu sehen und viel Neues rund um das Thema Modellbahn zu erfahren. Daneben bot noch eine Modellbahnbörse, die von der Ausstellung getrennt war, für alle Schnäppchenjäger die unterschiedlichsten Produkte und selten gewordene Raritäten an.

Die Eisenbahnfreunde Kulmbach e.V., die erstmals mit der Ausstellung in die Mönchshofhalle umgezogen waren, hatten den zeitlichen Mehraufwand nicht bereut. Im Gegenteil - Vorsitzender Helmut Kortschack war rundum zufrieden: "Wir haben versucht, auf einer größeren Fläche als bisher, nicht nur unsere vereinseigenen Anlagen, sondern auch die vieler befreundeter Vereine zu präsentieren." Und dazu bot sich die riesige Mönchshofhalle als ideale Location förmlich an.

Die Kulmbacher Modellbahnausstellung und Modellbahnbörse wäre ohne das außergewöhnliche Engagement von Helmut Kortschack nicht denkbar, der seit 2001 der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Kulmbach ist. Schon mit vier Jahren bekam er an Weihnachten die erste Eisenbahn: "Mit einer Aufzugslok, aber die hat Silvester nicht mehr erlebt. Mit fünf Jahren habe ich dann die erste elektrische Eisenbahn von Fleischmann bekommen, und daran habe ich so sieben bis acht Jahre gebaut, und im Sommer über wurde sie auf dem Heuboden gelagert." Während der Schul- und Studienzeit ruhte die faszinierende Passion, und erst im Berufsleben packte Helmut Kortschack wieder der Virus "Eisenbahn", der ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat.

Besonders stolz war man bei den Eisenbahnfreunden auf die Präsentation der "Schienenverbindung Kulmbach-Bayreuth", die mit der kompletten Strecke von Melkendorf über Katschenreuth, Krumme Fohre, Kasendorf bis Thurnau das besondere Highlight der Ausstellung war. Sogar die Strecke bis zur Altstadt in Bayreuth war vom Modell-Eisenbahn-Club Bayreuth zusätzlich angekoppelt worden.

Seit nunmehr 25 Jahren treten die Eisenbahnfreunde Kulmbach mit ihren Modellbahnanlagen an die Öffentlichkeit, zuletzt regelmäßig in der Dr.-Stammberger-Stadthalle. Vorsitzender Kortschack: "Da hatten wir nur etwa 40 Prozent der Modellbahnanlagen, die wir jetzt in der Mönchshofhalle haben. Wir haben an diesen Wochenende bis auf zwei Anlagen, die wir noch im Vereinsheim in der Gössmansreuther Schule haben, alle hier aufgestellt."

Die Logistik, also Transport und Aufbau, war sehr zeit -und personalaufwendig. Begonnen wurde mit dem Aufbau bereits eine Woche vorher. Gut 12 Stunden waren notwendig, um die Vereinsanlagen in der Mönchshof aufzubauen und auch noch die notwendigen Testläufe durchzuführen. Neben den Kulmbacher Eisenbahnfreunden waren noch die Eisenbahnfreunde Rodachtalbahn, die Feldbahnfreunde Hof, die Fichtelbahn, die Hofer-N-Bahner, die Modellbahnfreunde Rödental, der MEC Bayreuth, der MEC 01 Münchberg und die Feuerwehr Kulmbach mit einem Plan-Spiel beteiligt.

Die Mitarbeiter von Laminux in Rehau waren vor allem sehr neugierig auf das Kernkraftwerk, das Helmut Kortschack mit seinem Sohn Thomas gebaut hat. Manuel Gaszner, der bei Laminux für die Betriebstechnik zuständig ist: "Wir haben das Projekt mental schon länger begleitet, weil Helmut Kortschack bei uns arbeitet. Die Ausstellung ist beeindruckend und alles sehr liebevoll gemacht, auch mit Blick für das Detail. Allein beim Kernkraftwerk haben wir gesehen, dass da an alles gedacht ist." Thomas Kortschack war als Softwareentwickler und Informatiker in erster Linie für die Technik des Kernkraftwerkes zuständig: "Wir haben schon vor über 10 Jahren mit dem Bau angefangen, aber richtig losgelegt erst 2014. Technisch gesehen ist es mit einer Computersteuerung auf dem neuesten Stand." Inspiriert dazu wurden die Kortschacks von den Castor-Transporten mit der Bahn.