Er kann Hautausschläge, Entzündungen, Reizhusten und - bei Asthmatikern - Atemnot und allergische Schockreaktionen auslösen. Der Eichenprozessionsspinner ist ein unangenehmer Bursche, der sich auch in Kulmbach breitgemacht hat. Aber heuer soll es ihm an den Kragen gehen.

Am Donnerstag informierte die Stadtförsterin den Stadtrat, was gegen die giftigen Raupen unternommen wird. Erstmals, so Carmen Hombach, werde das neue, 40 000 Euro teure Spritzgerät eingesetzt. "Es ist wie eine kleine Schneekanone. Sie verwirbelt den Sprühnebel bis 35 Meter hoch", sagte sie.

Die Stadt verwendet laut Hombach ein Biozid, das nur für die Raupen gefährlich sei: Neem Protect. Das Mittel hafte an den Eichenblättern. "Das Biozid bewirkt, dass die Raupe das Fressen einstellt und stirbt."

Hombach erläuterte, dass man alle Eichen in Kulmbach erfasst hat. Es gebe 1200 Bäume, die mit dem Spritzenwagen angefahren werden können. Die Stadt habe die privaten Grundstückseigentümer angeschrieben und angeboten, dass auch die privaten Eichen behandelt werden. "Der Rücklauf ist mit 90 Prozent sehr gut", sagte die Stadtförsterin.

Die Stadt habe fünf Mitarbeiter geschult, die ab Ostern etwa vier Wochen Zeit haben, um alle Eichen einzusprühen, sagte die Expertin. Man werde im Zwei-Schicht-Betrieb von 6 bis 22 Uhr und voraussichtlich samstags und sonntags auch arbeiten. Pro Baum brauche man drei Minuten Sprühzeit, dazu komme die Anfahrt. "Wir wollen alle Bäume schaffen."

Für Privateigentümer kostenlos

Laut Hombach ist das Spritzmittel nicht billig: 25 Liter kosten 1500 Euro. Dennoch muss der Einsatz in Privatgärten heuer nicht bezahlt werden. Man müsse zunächst Erfahrungen sammeln, um die Kosten kalkulieren zu können. Im nächsten Jahr werde dann entschieden, in welchem Umfang Privatleute zur Kasse gebeten werden.