Im Freibad ist das Hämmern der Baumaschinen nicht zu überhören: Auf der benachbarten Eisbahn tut sich was. Durch einen Bauzaun auf dem Weg zur Kasse können die Badegäste einen Blick auf die Baustelle erhaschen.

Dort wird seit Montag fleißig gewerkelt. "Unser Freibad und die Eisbahn sind zwar optisch in einem guten Zustand, aber sie stammen aus den 70er Jahren. Und Beton hat nun mal eine Nutzungsdauer von etwa 50 Jahren", erklärt der Leiter der Stadtwerke, Stephan Pröschold, den Hintergrund der Baumaßnahme.

In dem Betonboden der Eisbahn sind die Kälteleitung eingegossen, mit denen das Eis hergestellt wird. Im Laufe der Jahre haben sich Pröschold zufolge nun poröse Stellen im Beton gebildet. "Es gibt dort keine vollständige Verbindung mehr wegen Luftpolstern zwischen der Leitung und dem Beton." Die Folge: Die Kälte kann nicht mehr richtig übertragen werden, es bilden sich auf der Eislauffläche Pfützen oder im schlimmsten Fall gar kein Eis.

Das Problem gibt es schon seit einiger Zeit. Bislang seien immer punktuelle Reparaturen erfolgt, so Pröschold. Die Überprüfung und die darauffolgenden Ausbesserungen seien aber immer nur zu Saisonbeginn im Winter möglich gewesen, weil vorher die Temperaturen und die Sonneneinstrahlung zu hoch seien. "Darüber waren die Eislauf-Gäste verständlicherweise nicht glücklich." Nachdem man aufgrund des Alters der Anlage davon ausgehen könne, dass die Situation nicht besser werde, hätten sich der Werkausschuss der Stadtwerke und der Stadtrat für eine Generalsanierung entschieden. "Wir wollen die Eisbahn erhalten."

Im Zuge der Sanierung wird die Eisbahn auch für den Eishockey-Betrieb aufgerüstet. "Um den Spielbetrieb zu gewährleisten, haben wir Auflagen zu erfüllen, beispielsweise Plexiglasscheiben vor den Zuschauerplätzen anzubringen", erklärt der Leiter der Stadtwerke weiter.

Vor ein paar Tagen wurde mit den Arbeiten begonnen. Ziel ist es laut Pröschold, Anfang November zum Saisonbeginn fertig zu sein.

Natürlich weiß er, dass es während der Bauzeit gewisse Beeinträchtigungen durch Baulärm geben wird - auch im angrenzenden Freibad. Er bittet um Verständnis und weist darauf hin, dass die lärmintensivsten Abbrucharbeiten voraussichtlich schon am 24. Juli beendet sein werden. "Dann ist mit weniger Geräuschentwicklung zu rechnen." An den Wochenenden werde nicht gearbeitet, da könnten die Badegäste das Freibad wie immer in Ruhe genießen.

Apropos Freibad: Auch dort wird sich nach Saisonende etwas tun. Am 13. September sollen die Arbeiten für das neue Sprungbecken beginnen. Bereits zum Saisonbeginn 2019 ist die Eröffnung geplant. "Natürlich gibt es ein gewisses Risiko durch die Witterung. Aber bei einem normalen Winter ist das zu schaffen." 1,4 Millionen Euro investieren die Stadtwerke hier für die Bürger, betont Pröschold. "Und das bislang noch ohne einen Euro Förderung."

Dass das Eisstadion fit gemacht wird, freut natürlich auch Holger Griesenbrock. Der 49-Jährige hat das Eishockeyspielen vor zehn Jahren beim ATS in Kulmbach wiederbelebt. "Die sanierte Eisbahn passt dann ja gut zu unserem Jubiläum", sagt er und verweist darauf, dass inzwischen knapp 100 Aktive dem Puck in Kulmbach nachjagen - Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

Griesenbrock, der früher Jugend- und Hobbymannschaftstrainer sowie Jugendleiter war, verweist auf die Bedeutung des Trainings in der ohnehin kurzen Saison. "Bislang hatten wir drei Monate. Wir hoffen, dass wir jetzt mehr Eiszeit haben", sagt er und geht davon aus, dass Reparaturarbeiten während der Saison künftig der Vergangenheit angehören.