Es liegt erhaben am Plassenburg-Berg, hebt sich durch den modernen Baustil von den anderen Gebäuden im Altstadtviertel deutlich ab: das Wohnhaus von Ralf Hartnack, das auf einem alten Felsenkeller errichtet wurde, der tief in den Plassenburg-Berg hineinragt.

European Innovation Award

Doch nicht nur die Optik macht aus dem Gebäude etwas ganz Besonderes. Es ist die Umweltbilanz, die unter schwierigen Rahmenbedingungen erzielt wird und die auch eine Fachjury begeistert: Für die Heizungsinstallation wurde die Thurnauer Firma Schwender Energie- und Gebäudetechnik auf der Weltleitmesse für Wasser, Wärme und Klima in Frankfurt jetzt mit dem European Innovation Award ausgezeichnet.

"Ein Wohlfühlklima"

Bauherr Ralf Hartnack schwärmt von einem perfekten Wohlfühlklima und freut sich, denn Heizen und Kühlen kann er fast zum Nulltarif: Einschließlich Warmwasseraufbereitung muss er pro Jahr nur rund 550 Euro aufbringen.

Doch was ist das Besondere an dem Holzhaus, das die Fachwelt begeistert? Es ist die Tatsache, dass es trotz der strikten baulichen Vorgaben im historischen Stadtkern gelungen ist, ein fast klimaneutrales Gebäude zu errichten - ohne das Ortsbild zu verändern, was eine Vorgabe im Altstadt-Ensemble war.

Eine Aufdach-Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung auf dem Dach durfte ebenso nicht errichtet werden wie eine thermische Solaranlage für die Wärmegewinnung. Die Firma Schwender hat in Zusammenarbeit mit der Kulmbacher Firma Meile-Technik aus der Not eine Tugend gemacht und war erfinderisch. Unter den Dachziegeln wurde ein selbst gefertigtes Edelstahlregister angebracht, das die Wärme aufnimmt und sie an eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe weiterleitet. Fällt die Temperatur in den Frostbereich, wird die Luft im Bergkeller genutzt, der früher der Brauerei als "Kühlraum" diente und eine konstante Raumtemperatur von acht Grad aufweist.

Besonders leistungsstark

"Die Leistung bei der besonderen Wärmpumpe ist 30 Prozent besser als bei einer herkömmlichen Anlage", spricht Firmenchef Hans Schwender über die Vorteile seiner innovativen Lösung, die ihm erstmals in der Firmengeschichte eine europäische Auszeichnung beschert hat. "Es ist uns gelungen, den Energieverbrauch zum Heizen und Kühlen durch konstruktive Baumaßnahmen auch mit wirtschaftlichen Überlegungen niedrig zu halten", erklärt Schwender, der die Wärmerückgewinnung und Nutzung regenerativer Wärmequellen als bedeutende Möglichkeit sieht, Energie zu sparen.

"Ersparnis ist bemerkenswert"

Ralf Hartnack wohnt nun schon seit über drei Jahren in dem "Wohlfühlhaus", das sich durch klare Linien auszeichnet und ohne Schornstein auskommt. Er hat durchwegs positive Erfahrungen gemacht. "Die Ersparnis, die diese Heizung gegenüber der konventionellen Gasheizung bringt, ist exzellent."