Die erste Zusammenkunft im neuen Jahr für den Kulmbacher Stadtrat war am Montag eine Festsitzung. Im Verlauf wurde Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) mit der goldenen Stadtmedaille ausgezeichnet. Der Holding-Geschäftsführer der Mediengruppe Oberfranken, Walter Schweinsberg, erhielt die Auszeichnung in Silber.

In seiner Laudatio ging Stadtrat Stefan Schaffranek (WGK), ein enger Wegbegleiter und Freund, der fast zwölf Jahre Schramms Stellvertreter war, auf die Verdienste des Oberbürgermeisters ein.

"Als im Jahr 1999 der damals noch relativ unbekannte Henry Schramm begann, sich aktiv in die Kulmbacher Kommunalpolitik einzubringen, war die Zahl seiner politischen Unterstützer, sagen wir es einfach einmal so, eher überschaubar. 2018 konnte er bei der Bezirkstagswahl in Oberfranken über 86.000 Stimmen auf sich vereinen - ein großartiger Erfolg. Dieses Ergebnis kommt nicht von ungefähr. Er hat es sich durch sein großes Können, durch politisches Geschick, Hartnäckigkeit, Zielstrebigkeit, Fleiß und nimmermüden Einsatzwillen hart erarbeitet", betonte Schaffranek.

Schramm sei eine Persönlichkeit, die engagiert die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertrete, Themen aufnehme und mit Sorgfalt umsetze. Am 15. Januar vollendet er sein zwölftes Amtsjahr als Oberbürgermeister. Bereits von 2002 bis 2007 war er Bürgermeister der Stadt.

Bereits als Bürgermeister und Mitglied des Bayerischen Landtags habe Schramm, so Stefan Schaffranek, unter anderem erreicht, dass ein Haushaltsfehlbedarf in Höhe von 2,4 Millionen durch eine außerordentliche Bedarfszuweisung abgedeckt wurde, ein Betrag, der damals dringend erforderlich gewesen sei.

Eine maßgebliche Weichenstellung, die er persönlich als wegweisend empfunden habe, sei ihm mit der Aufnahme der Stadt Kulmbach in die GA-Förderung gelungen. Der hohen Förderung durch den Freistaat stünden heute über 100 Millionen Euro Investitionen durch Unternehmen in Stadt und Landkreis gegenüber. Die Zielsetzung, die mögliche Abwanderung von Unternehmen in benachbarte Förderhöchstgebiete zu verhindern, den Wirtschaftsstandort Kulmbach durch Investitionen zu stärken, neue Arbeitsplätze zu schaffen und letztendlich durch die Investition das heimische Handwerk zu stärken, habe er sofort als existenziell für die Stadt erkannt und diesen weitreichenden Beschluss für Kulmbach durchgesetzt.

"Faszinierend ist seine Willenskraft - hat er ein Ziel als richtig und förderlich für unsere Stadt erkannt, hält ihn nichts auf. Er findet Mittel und Wege, dieses Ziel zu erreichen", betonte der Laudator. Es sei für ihn immer wieder beeindruckend zu sehen, wie schnell Henry Schramm Sachverhalte erkenne und zielführend zum Wohle der Stadt handele.

"Persönlich schätze ich nun schon über 20 Jahre seine Zuverlässigkeit, seine Ehrlichkeit, dann später seine konsequente und klare Amtsführung und sein ausgewiesenes wirtschaftliches Denken. Henry Schramm kann Wirtschaft und kann Verwaltung. Er hat seine Verwaltung neu strukturiert, geordnet und sieht die Stadt als Partner und Dienstleister ihrer Bürger und Betriebe."

Schramm sei stolz auf seine Leistungsträger in der Verwaltung und die große Zahl derjenigen, die engagiert mithelfen, um die Vielzahl der gesteckten Ziele zu erreichen. "Ein herzliches Dankeschön an Sie alle, meine sehr verehrten Damen und Herren der Verwaltung, für Ihr großes Engagement, stellvertretend Ihnen, lieber Simon Ries, der Sie in diesen Tagen zehn Jahre an der Seite unseres Oberbürgermeisters stehen und auch Ihnen, lieber Uwe Angermann."

Als Eckpunkte der Entwicklung der Stadt in der Amtszeit des Oberbürgermeisters zählte Schaffranek auf:

Der übernommene Investitionsstau in Höhe von 25 Millionen der mit erster Priorität zu sanierenden städtischen Straßen sei deutlich abgebaut worden. Über 110 Straßen bzw. Teilstücke seien kostengünstig oberflächensaniert oder auch neu erstellt worden. Die Oberflächensanierung bedeute immense Einsparungen für unsere Bevölkerung und eine deutliche Entlastung für den städtischen Haushalt. Beispiele für gelungene, schwierige Projekte seien der Ausbau der Karl-Jung-Straße, der Pestalozzistraße oder auch der Ausbau der Wolfskehle.

Ein besonderes Augenmerk habe er von Anfang an auf die Revitalisierung der Innenstadt und den Erhalt des städtebaulichen Erbes gelegt. Er nannte die gelungene Generalsanierung städtischer Gebäude wie des historischen Rathauses mit einer Förderquote von 80 Prozent oder auch des alten Einwohnermeldeamts in der Buchbindergasse, ebenfalls mit hohem Förderanteil. Aktuelle Beispiele seien die Sanierung der Volkshochschule und des Bauamts.

Ohne Frage ein städtebauliches Glanzstück sei der komplett generalsanierte Rote Turm im Herzen der Altstadt - Förderquote 82 Prozent.

Beispielhaft zu nennen sei hierbei die Hochwasserfreilegung der Flutmulde: Der staatliche Zuschuss habe 17,5 Millionen Euro betragen, der verbleibende städtische Anteil 600.000 Euro. Das knappe Zeitfenster für diesen Zuschuss sei erkannt und optimal genutzt worden. Ein finanziell scheinbar unlösbares Problem sei gelöst worden.

"Neuer Mittelpunkt und Glanzstück in der Innenstadt, so betrachten es auch unsere Bürgerinnen und Bürger, ist die Neugestaltung des EKU-Platzes mit der Tiefgarage. Optisch gelungen, benutzerfreundlich, von hoher Aufenthaltsqualität und durch die Verbindung zu unserer Stadthalle ist dies eine echte Aufwertung unserer Innenstadt. Auch bei dieser großen Investition hat er eine Förderquote von 75 Prozent erreicht", betonte Schaffranek.

Mit großem persönlichen Einsatz sei es ihm gelungen, private Investoren für die innerstädtischen Problemimmobilien nicht nur zu interessieren, sondern durch das Generieren von Förderungen beim Ratskeller die attraktiven Neugestaltungen überhaupt erst für Private zu ermöglichen.

"Er hat es immer geschafft, hohe bzw. höchste Fördersätze oder auch Zuschüsse von unterschiedlichsten Institutionen zu erhalten. Das zur Mode gewordene Wort Nachhaltigkeit verwende ich bewusst sehr selten. Nachhaltigkeit beschreibt aber am besten seine Denkweise. Oberflächlichkeit ist nicht ,sein Ding'. Er möchte Spuren hinterlassen."

Auch die Stadtwerke präsentierten sich heute als moderner Dienstleister. Mit dem Neubau sei nicht nur für den Stadtteil Blaich ein echter Akzent gesetzt worden. Millionenbeträge seien in die Sicherung und Erneuerung unseres Kanalsystems investiert worden. Mit der anteiligen Übernahme des Stromnetzes und als Stromlieferant hätten sich die Stadtwerke noch breiter als Versorgungsunternehmen aufgestellt. Durch hohe Investitionen im Freizeitbereich (Schwimmbad, Eisbahn) mache der OB die Stadt auch in diesem Bereich fit.

Kulmbach sei durch seine Initiative Pilotkommune für den Gigabit-Ausbau.

Mit den Behördenverlagerungen wie der Ansiedlung der Bayerischen Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und dem Ausbau des Kompetenzzentrums für Ernährung sowie dem daraus resultierenden Grünen Zentrum gebe es die Chance der weiteren Revitalisierung der Industriebrache "Alte Spinnerei" und eine weitere Stärkung des Cluster "Lebensmittel" in Kulmbach.

Abgerundet werde dies durch eine Kunst- und Kulturhalle im ehemaligen Turbinenhaus und den Ausbau zum Kulturzentrum über dem Busbahnhof.

Schaffranek erwähnte auch die gelungene Brücke über den Mainzusammenfluss, die erfolgreichen Open-Airs auf der Plassenburg mit vergleichsweise niedrigen Kosten, die Schaffung des Naherholungsgebiets Rehberg mit dem neuen Naturlehrpfad, die entstandenen Neubaugebiete, die Lösung des Problems Neubaugebiet Melkendorf und natürlich auch das beschlossene neue Gewerbegebiet.

Auch der Ausbau der Kinderbetreuung könne sich sehen lassen. Während der bayerische Durchschnitt bei 28 Prozent liege, könne Kulmbach stolze 37 Prozent vorweisen. Seien es im Haushalt 2007 noch 2,8 Millionen Euro, investiere die Stadt Kulmbach heute 7,8 Millionen Euro für eine gute und umfassende Kinderbetreuung und schaffe damit Attraktivität für Familien mit Kindern.

Mit höchstem Engagement begleite Henry Schramm bereits seit seiner Zeit als Abgeordneter die Erweiterung und Modernisierung des Kulmbacher Klinikums. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sei es nicht nur gelungen, eine Vielzahl wichtiger neuer medizinischer Fachdisziplinen bei uns anzusiedeln, sondern auch mit dem aktuellen Um- und Neubau mit einem Investitionsvolumen von 140 Millionen Euro das Klinikum für die Zukunft fit zu machen und damit die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung auf hohem Niveau sicherzustellen.

"Der Glanzpunkt seiner bisherigen Amtszeit ist der Beschluss des bayerischen Kabinetts am 20. Juni 2017 hier im Rathaus über die Ansiedlung der 7. Fakultät der Universität Bayreuth mit eigenem Campus in Kulmbach. Nur die Wenigsten wissen, mit welchem immensen zeitlichen Aufwand und mit wie viel Kraft unser Oberbürgermeister über Jahre hinweg dieses Thema vorangetrieben hat. Er hat den historischen Beschluss zusammen mit Ihnen, sehr geehrter Herr Präsident Professor Leible, intensiv in großartiger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit vorbereitet", betonte Schaffranek.

Kulmbach präsentiere sich heute als attraktive Stadt, die durch ihr gepflegtes Erscheinungsbild besteche. "Er weiß um die Wahrnehmung der Menschen, die stolz auf ihre Stadt sein wollen und die sich wohl fühlen möchten."

Schaffranek, der den Geehrten als "Familienmensch" bezeichnete, bedankte sich auch bei dessen Frau Andrea.

Die Stadt Kulmbach bedanke sich "für dein Engagement, deinen Einsatz und dein großartiges Wirken", so der frühere Zweite Bürgermeister an Schramm gerichtet."In unser aller Namen wünsche ich dir weiterhin viel Kraft, Gesundheit, Erfolg für unsere Stadt und das nötige Glück, das man dafür braucht. Du bist angetreten, um Spuren zu hinterlassen. Dies hast du bereits erreicht. Wir alle wissen, es werden noch weitere Spuren folgen. Henry Schramm ist ein Glücksfall für unser Kulmbach."

Eine weitere Laudatio hielt Bürgermeister Frank Wilzok (CSU), der seit mehr als 20 Jahren mit Schramm gemeinsam aktiv ist. Er buchstabierte den Nachnamen des OB auf besondere Weise, indem er für jeden Buchstaben eine Eigenschaft fand, die den Geehrten auszeichne. So sei Schramm ein Supertalent, weil sich seine Fähigkeit von anderen abhebe - etwa die, auf den verschiedensten Bühnen mitzuspielen.

Das C stehe für "Charakter" - das äußere sich dadurch, dass er auf Menschen eingehe, für sie da zu sein und wenig für sie einzustehen.

H wie Herkunft bedeute, dass er seine Herkunft aus dem Oberland und seine Familie gleichermaßen hoch halte. Er zeigte sich sicher, dass Schramms Eltern an diesem Tag sehr stolz auf ihren Sohn wären.

Rastlos im positiven Sinn sei der Geehrte - immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen, dabei werde kein Termin ausgelassen, und sei es der am Sonntag auf dem Fußballplatz, sofern dem kein anderer entgegenstehe.

Ausdauer zeichne Henry Schramm ebenfalls aus - den Nachweis habe er vielfach erbracht, so Wilzok.

Schramm sei aber auch Moderator und beweise Mut, der ihn ebenso auszeichne wie Entschlossenheit. Der OB habe die Auszeichnung mehr als verdient.

Die Auszeichnung überreichte Bürgermeister Ralf Hartnack (WGK). Er betonte, dass Schramm "den Kulmbacher aus tiefstem Herzen" verkörpere.

Zuvor hatte der OB die silberne Bürgermedaille an Walter Schweinsberg, den Holding-Geschäftsführer der Mediengruppe Oberfranken, zu der auch die Bayerische Rundschau gehört, übergeben. Schramm zeigte sich sicher, dass der Medienstandort Kulmbach heute ohne das Engagement der Mediengruppe Oberfranken und von Schweinsberg persönlich ganz anders aussehen würde.

Der OB zeichnete Schweinsbergs Werdegang nach, der 1998 vom damaligen Verleger des Fränkischen Tags, Helmuth Jungbauer, als leitender Mitarbeiter ins Unternehmen geholt worden sei. Aus dem Fränkischen Tag von damals sei die Mediengruppe Oberfranken geworden mit heute über 20 Standorten, 50 Einzelmarken und 1100 Mitarbeitenden.

Als sich um die Jahrtausendwende abgezeichnet habe, dass das damalige Medienhaus Baumann in Schieflage gerate, habe in Kulmbach große Unsicherheit geherrscht. "Denn für das Selbstverständnis einer Stadt unserer Größenordnung war es damals schon von nicht zu unterschätzender Bedeutung, eine eigene Tageszeitung, einen eigenen Radiosender und eine überregional bedeutende Druckerei zu beheimaten".

Das alles habe ernsthaft in Gefahr geschienen, zumal verschiedene Namen von Übernahmeinteressenten die Runde gemacht hätten, von denen manche Anlass zur Sorge gegeben hätten. Am Ende habe sich die Mediengruppe Oberfranken durchgesetzt - "für Kulmbach ein Glücksfall, der eindeutig die Handschrift Walter Schweinsbergs, der damals schon Mitgeschäftsführer war, trägt".

Wo andere das Unternehmen vielleicht ausgeschlachtet und die "Rosinen" gewinnbringend weiterverkauft hätten, da habe Walter Schweinsberg und sein Unternehmen auf die Innovationskraft und das Know-how der Kulmbacher Mitarbeiter vertraut.

Viele Schritte seien seitdem gegangen worden, etwa die Modernisierung der Bayerischen Rundschau in Gestaltung und Inhalt, die sich in einem enorm schwierigen Zeitungsmarkt behaupte. Inzwischen habe auch der Online-Bereich einen sehr hohen Stellenwert.

Die MGO unter Schweinsberg habe auch Radio Plassenburg in die schwarzen Zahlen geführt, ohne dass Inhalt und Beliebtheit darunter gelitten hätten. Die Geschäftseinheit Fachverlage mit Geschäftsführer Bernd Müller entwickle sich erfolgreich und auf hohem Niveau. Auch die Druckerei entwickle sich rasant in einem internationalisiertem Wettbewerb. "Um das zu erreichen, hat sich die Mediengruppe Oberfranken nie davor gescheut, ein Risiko einzugehen."

Ein Beispiel sei die Anschaffung mehrerer neuer Druckmaschinen mit einer hohen Investition im zweistelligen Millionenbereich. Das Medienhauses sei durch Umbau modernen Anforderungen angepasst worden - augenfällig sei die große LED-Anzeige am Gebäude.

Henry Schramm erinnerte zudem an den partnerschaftlich organisierten "Tag der Franken" im Jahr 2010, bei dem Walter Schweinsberg mehrfach persönlich zu Vorbesprechungen nach Kulmbach gekommen sei, und an das Schreiben an den Ministerpräsidenten in Sachen Campus im Vorfeld der 136-Millionen-Kabinettsentscheidung.

Schramm würdigte Schweinsberg als sympathisch und den Menschen zugewandt, als völlig uneitel und mit einer positiven Lebenseinstellung. "Er steckt mit seiner Vitalität und seiner ,Anpacker'-Aura andere an."

Walter Schweinsberg selbst bedankte sich für die Ehrung und betonte, dass dies alles nicht seine Leistung alleine sei, sondern eine Teamleistung. Zu diesem "Team" gehörten Bernd Müller als Geschäftsführer der Fachverlage, Jörg Schild-Müller als Geschäftsführer der Druckereien, Robert Schmidtlein als Geschäftsführer Finanzen und Services und BR-Redaktionsleiter Alexander Müller. Vorstellen konnte der Holding-Geschäftsführer an diesem Abend den neuen Chefredakteur der Mediengruppe, Boris Hächler.