Im Maintal bei Schwarzach stehen die Wiesen noch unter Wasser. Wenn es nach Tina Kummer geht, könnte das auch noch eine Weile so bleiben; "Damit der braune Sumpf im braunen Sumpf versumpft!" Derart in Rage gerät die Schwarzacher Ortssprecherin wegen des Bayerntags der NPD. Der soll am 15. Juni in dem Mainleuser Ortsteil stattfinden. Wieder einmal. Und wieder einmal wollen sich die Schwarzacher nach Kräften wehren. Sie wollen in ihrem Ort die NPD nicht haben.

Die kommt nicht nur deshalb immer wieder, weil ein Ortsbewohner seine Wiese im Maintal als Veranstaltungsgelände zur Verfügung stellt. Sie kommt auch deshalb, weil es die Behörden der rechtsextremen Gruppierung zu leicht machen.

Davon sind die empörten Schwarzacher fest überzeugt. "Wenn die Behörden wollten, könnten sie die Veranstaltung verhindern", sagt Tina Kummer. Eine Möglichkeit sei, dafür zu sorgen, dass der Radweg, der die einzige Zufahrt zum Veranstaltungsgelände darstellt, nicht von Lastwagen oder Autos befahren wird, dass es nicht wieder eine Sondergenehmigung gibt wie beim Frankentag der Rechten im Herbst.

Matthias Frisch, ebenso wie Tina Kummer Mitglied des Bündnisses "Schwarzach ist bunt", erhofft sich nach vielen Versprechungen insbesondere von Landrat Klaus Peter Söllner und dem Mainleuser Bürgermeister Dieter Adam nun endlich tatkräftiges Handeln.

Handhabe dafür gibt es genug, meint Tina Krause aus Bayreuth, Sprecherin des Bündnisses "Kunterbunt", das den Protest unterstützt, gestern bei einem Pressegespräch. So seien im letzten Jahr beim Frankentag rechtsextremer Organisationen vom Veranstaltungsgelände "Sieg Heil"-Rufe zu hören gewesen, vom Auto eines Demon stranten seien Transparente abgerissen und Journalisten seien tätlich angegriffen worden.

Den Schwarzachern fällt einiges ein, was den ungebetenen Gästen den Aufenthalt verleiden könnte: Können die Veranstalter auf dem Wiesengelände die Hygiene-Vorschriften einhalten? Hat zu der als öffentlich deklarierten Veranstaltung wirklich jeder Zutritt - auch Journalisten? Sind ausreichende Rettungswege vorhanden? Spielen die Bands Lieder mit verbotenen Texten? "Ich würde mir wünschen, dass die Behörden tatsächlich einmal versuchen, diese Veranstaltung zu verbieten", sagt Tina Krause. Das wäre auch ein Zeichen, dass hier gesellschaftliches Engagement gegen Rechts anerkannt wird."

Ihren Protest wollen die Schwarzacher am 15. Juni lautstark artikulieren - nicht mehr in der Ortsmitte, weit ab vom Veranstaltungsgelände, sondern direkt dort, in Sicht- und Hörweite. Schon ab 10 Uhr soll es eine Mahnwache geben. Um 15 Uhr formiert sich dann der Protestzug: Eine bunte Menschenkette wollen sie um das Veranstaltungsgelände der NPD legen, ein "kraftvoller Protest" soll es diesmal sein.

Noch einmal nämlich sollen die Rechtsextremen nicht wieder kommen, wünscht sich Angelika Seuß: "Es soll endlich Schluss sein. Wir wollen nicht als das Nazi-Dorf dastehen, wir wollen unsere Ruhe haben."