Christina Dressel will kein Knöllchen riskieren. Am Zentralparkplatz löst die Mainleuserin daher einen Parkschein. Wer kein Geld in den Automaten wirft, könnte ab April 2013 einen Strafzettel unter dem Scheibenwischer finden, der deutlich teurer ist als in den vergangenen 20 Jahren.

Das Bundesverkehrsministerium teilte am Montag mit, dass erstmal seit 1990 die Gebühren für Falschparken erhöht werden sollen. Die Verwarngelder von derzeit fünf bis 25 Euro bei fehlendem Parkschein oder abgelaufener Parkzeit sollen jeweils um fünf Euro steigen.

Das Ministerium erhofft sich dadurch "mehr Disziplin bei der Zahlung der Parkgebühren und dadurch weniger Bürokratie bei der Verfolgung von Verstößen". Die Neuregelung soll voraussichtlich zum 1. April 2013 in Kraft treten. Die entsprechende Verordnung muss noch vom Bundesrat beschlossen werden.

Verstöße werden teurer

Beim Überschreiten der erlaubten Parkdauer um bis zu 30 Minuten sollen künftig zehn statt bisher fünf Euro fällig werden. Je fünf Euro teurer werden auch längere Parkzeitüberschreitungen: 15 Euro für bis zu eine Stunde länger als erlaubt, 20 Euro für bis zu zwei Stunden, 25 Euro für bis zu drei Stunden und 30 Euro für noch längere Verstöße. Bei der städtischen Verkehrsüberwachung ändert sich durch die geplante Gebührenerhöhung erst einmal nichts. "Mit unserer bisherigen Taktik sind wir zufrieden", erklärt Pressesprecherin Andrea Mandl.

Zwei Kontrolleure gibt es im Stadtgebiet. Dabei bleibt es auch, entschied der Stadtrat im November. Bisher können die Knöllchen die Personalkosten nicht decken. Daran werden auch die höheren Verwarngelder nichts ändern.

Die Kontrollen sollen nicht verschärft werden. Man setze auf "das gute Miteinander", erklärte OB Henry Schramm bei der Sitzung im November.

Dreistigkeit wird bestraft

Knöllchen gibt es in Kulmbach vor allem für dreiste Parksünder. "Wenn jemand einen Fluchtweg oder Behindertenparkplätze blockiert, wird natürlich aufgeschrieben", sagt Mandl. Wie viele Strafzettel in Kulmbach ausgeteilt werden, wird in der Stadt nicht erfasst. "Ob die Gebühr die Falschparker abschreckt, bleibt abzuwarten."
Michael Kofer kümmert sich bei der Kulmbacher Polizei um die Verkehrssicherheit und Verkehrsüberwachung. "Es ist vorteilhaft, wenn die Gebühren höher ausfallen", erklärt er und vermutet, dass sich das insbesondere in den Städten mit hohen Parkgebühren bemerkbar machen wird. "Wenn die Gebühren höher sind als die Strafzettel, denken sich bestimmt einige, dass sie lieber mal einen den Strafzettel riskieren."

In den Tiefgaragen Basteigasse und Zentralparkplatz in Kulmbach werden erst ab der zweiten Stunden 70 Cent berechnet. Im Parkhaus des Klinikums kostet es am Tag maximal fünf Euro. In der Regel sind die Parkgebühren in Kulmbach niedriger als die Verwarngelder.

Die Autofahrer in Kulmbach sehen die mögliche Erhöhung gelassen. "Ich werde mein Verhalten nicht ändern. Dass die Strafzettel teuerer werden, stört mich nicht", erklärt Christina Dressel. Rita Schuberth aus Kulmbach findet in der Stadt meist leicht einen Parkplatz. Sie vermutet, dass es die Autofahrer in größeren Städten, in denen die Parksituation schlechter ist, eher betrifft.

Nur mal eben kurz aus dem Auto

Ingo Moos aus Trebgast ist auch zufrieden mit der Anzahl der Parkmöglichkeiten in Kulmbach. Wenn Markt ist, wird es jedoch manchmal knapp, einen Platz für das Auto zu finden. "Auch wenn man nur schnell anhält, nimmt man das mit der Parkscheibe nicht immer ganz so genau." Bei höheren Verwarngeldern, würde er sich das nochmal überlegen.

Ihn nervt es manchmal, dass er auf dem Zentralparkplatz schon zahlen muss bevor er dort parkt. Man muss genau wissen, wie lange man stehen bleiben will. Ein paar Minuten Verspätung könnte teuer werden. "Oder man muss dann nochmal nachlösen. Eine andere Regelung fände ich besser."

Susan Küfner aus Kulmbach ist der Meinung, dass die Menschen ihr Verhalten nicht verändern werden. "Wer schon jetzt falsch parkt, macht das vermutlich auch weiterhin."