Langsam verlöscht das Licht. Der Dirigent hebt den Taktstock, und leise, ganz leise setzt eine Flöte mit sanften Tönen ein.

Da fängt irgendwo einer an zu husten. Keucht, röchelt, bellt, japst... Man kennt das. Aus eigenem Erleben, aber auch aus zahllosen Filmen oder Sketchen. Aber wissen Sie was? Der Huster in der Oper ist lange nicht das Ärgste, was dem Musikfreund den Genuss verhageln kann. Nein! Da geht noch mehr. Auszüge aus meiner Hitliste der Störungen:

Da ist die Konzertbesucherin, die (vielleicht um einem Hustenanfall vorzubeugen?) einen Bonbon auswickelt. Ganz langsam, wohl in der Hoffnung, dass langsam nicht so sehr raschelt wie schnell. Dass das nicht funktioniert, wissen wir alle.

Dann gibt es die Knarzer. Genaugenommen knarzen nicht sie, sondern der Sessel, auf dem sie sitzen. Bei jeder Bewegung, unüberhörbar, bevorzugt bei den leisen Passagen der Musik. Und sie bewegen sich oft.

Über die Flüsterer, die das Geschehen auf der Bühne oder im Orchestergraben kommentieren, haben wir an anderer Stelle schon gesprochen.

Mein persönlicher Favorit allerdings ist der Kurzsichtige. Der will die Musik vor allem hören. Manchmal aber auch die Sänger sehen. Deshalb macht er sein Brillenetui aus Kunststoff auf. Klack! Nimmt die Brille raus und macht es zu. Klack! Hat er genug gesehen, setzt er die Brille wieder ab. Klack! Und dann wieder auf. Klack. Und ab. Und auf. Und ab. Klack, klack, klack.....

Das ist wahre Folter im Konzertsaal. Der Huster gibt irgendwann Ruhe. Aber der Kurzsichtige will auch im zweiten und dritten Akt noch gucken. Klack, klack, klack.