Ein Stück zwischen Komödie und Thriller. Mit viel schwarzem Humor und langen Dialogen. Nicht immer einfach zu spielen, aber mit ihren ganz unterschiedlichen Charakteren hauchen die Schauspieler dem Stück dennoch Leben ein und schaffen sogar, dass hier und da herzhaft gelacht wird.

"Schau nicht unters Rosenbeet" ist ein Stück über die Familie Henk, die ihren herunter gekommenen Familiensitz im Süden von London haben. Die Henks leben alleine dort und pflegen kaum Kontakt zur Außenwelt.

Jüngst ist das Familienoberhaupt unter mysteriösen Umständen verstorben. Seine sechs Kinder sind jeweils auf ihre ganz eigene Art und Weise eigenartig. Das Erbe einfach aufzuteilen erscheint unmöglich.

Doch bis zur Aufteilung des Erbes soll es ohnehin nicht kommen. Es ist nämlich eine bis dato der Familie unbekannte Schriftstellerin als Alleinerbin eingesetzt worden. Doch nicht nur sie, sondern auch nach und nach die Kinder und Diener als auch der Anwalt sterben wie die Fliegen. Doch wer ist der Mörder? Das Publikum rätselt fleißig mit.

Es ist ein schwieriges Stück, das sich die Kirchenmäuse da ausgesucht haben, viele Rollen sind hervorragend besetzt. Die Menge an Text, den sich die Schauspieler merken müssen und die Spannung, die sie über zweieinhalb Stunden aufrecht erhalten, ist wahrhaft eine Leistung und muss gewürdigt werden.

Dietmar Hofmann als Rechtsanwalt geht in seiner Rolle auf. Björn Müller, Deborah Kemnitzer, Katja de Ridder, Ingrid Erhard und Joachim Rabold mimen die Kinder des verstorbenen Familienoberhauptes. Die Unterschiede in den Charakteren werden wunderbar herausgearbeitet: vom schwachsinnigen Markus (Joachim Rabold) bis hin zur sehr jungen und durchtrieben Schwester (Deborah Kemnitzer) sind unterschiedlichste Persönlichkeiten vertreten.

Harald Kretter als Butler ist erst kurzfristig zur Rolle gekommen, weil eine Schauspielerin ausgefallen war. Das merkte man jedoch zu keiner Minute: Er spielte mit, als hätte er wochenlang geprobt.

Elena Scheler mimt die erbende Autorin, die schnell stirbt, ihr cleverer und freundlicher Begleiter wird von Martin Geiger gespielt. Talitha Kemnitzer gibt die Krankenschwester und ist als ahnungslose Unschuld recht überzeugend.

Regisseurin ist Christa Bialas-Müller, Souffleur Simon de Ridder.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die zahlreichen Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen, die dafür gesorgt haben, dass alles reibungslos läuft und der Theaterabend gut über die Bühne geht.

Weitere Aufführungen: 17., 18., 19., 24. und 25. November im Schützenhaus Thurnau. Freitags und samstags öffnet sich der Vorhang um 19.30 Uhr, sonntags bereits um 17 Uhr.



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