Wie das geht, die Lachmuskeln ordentlich zu kitzeln, das wissen die Berndorfer Kirchenmäuse genau. In den vergangenen 20 Jahren haben sie immer wieder echte Brüller auf die Bühne gebracht. Und nach 20 Jahren soll sich nun der Kreis schließen. Mit "Die vertagte Nacht" wird ein Stück präsentiert, das die Truppe zu Beginn schon einmal gespielt hat.

Einige der Akteure von damals sind heute sogar noch dabei. Zum Beispiel der 54-jährige Harald Kretter. "Heute spiele ich den Vater, Emil Dobermann, vor 20 Jahren habe ich meinen Schwiegersohn, den Dr. Zibelus gespielt." Man wird halt älter.

Auch sonst hat sich einiges verändert in den letzten 20 Jahren. "Begonnen hat alles damit, dass wir Geld für den Bau unseres Gemeindehauses einnehmen wollten", erinnert sich Regisseurin Gisela Sesselmann. "Damals waren es auch nur Berndorfer. Wir haben dann aber recht bald über den Tellerrand hinausgeblickt."

So kamen in den Folgejahren auch Schauspieler von außerhalb des Thurnauer Ortsteils dazu, und bald wurden die Erlöse auch nicht mehr nur für das Gemeindehaus verwendet, sondern es werden bis heute jedes Jahr verschiedene soziale Einrichtungen unterstützt. Von Kindergärten und Altenheimen bis hin zu den zwei Patenkindern, die die Theatergruppe in Vietnam und Äthiopien hat.

Wem der Erlös in diesem Jahr zu Guten kommt ist noch nicht klar. Doch die zwölf Schauspieler, die an der diesjährigen Produktion beteiligt sind, werden wieder gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern alles geben, um eine gelungene Saison hinzulegen.

Seit mehreren Monaten laufen die Proben. Mehrmals auch ohne Souffleuse. "Die Schauspieler müssen in der Lage sein, spontan aus einer Situation wieder rauszufinden. Das ist ein gutes Training", weiß die Künstlerische Beraterin Christa Bialas-Müller. Doch der Großteil des Textes sitzt bei den Schauspielern inzwischen. Nur ab und an hängt und hakt es noch ein bisschen.

"Hauptsache man weiß, was zu sagen ist, wenn jemand neues in der Szene auftaucht", so Dietmar Hofmann, der den Dr. Zibelius spielt. "Dazwischen kann man sich schon ein bisschen durchhangeln."
Etwas Zeit, den Text zu lernen, bleibt ja noch. Denn Christa Bialas-Müller hat den Leitspruch ausgegeben: "Wenn der Kopf beim Text ist, kann sich der Körper nicht bewegen." Und nichts kann ein Stück mehr herabwerten als stocksteif stehende Schauspieler.

Irrungen und Wirrungen

Die Proben versprechen aber schon jetzt viel Bewegung und einige Lacher. Schließlich ist es ein Stück voller Irrungen und Wirrungen. Kaum sind Edith (Elena Scheler) und Reinhold Zibelius (Dietmar Hofmann) verheiratet, schon haben sie Krach. Denn Reinhold hat angeblich seine Edith schon in der Hochzeitsnacht betrogen. Auch Klaus Reiling (Martin Geiger) hat ein Problem. Er möchte heiraten, und zwar Fränze (Julia Lepiarczyk), jüngster Schopf in Hause Dobermann. Wäre da nicht seine Geliebte, Elli Ornelli (Katja de Ridder), die es loszuwerden gilt. Nun soll Schwiegerpapa Emil Dobermann helfen. Der hat aber ganz andere Sorgen: Seine Frau Ida (Monika Kretter) kontert gegen ihn, wo sie nur kann. Und zu allem Übel taucht dann noch eine Tänzerin in Reinholds Wohnung auf und bringt damit nicht nur Emil ins Schwitzen.

Zur Premiere am 8. November im Thurnauer Schützenhaus sind sind auch alle ehemaligen Schauspieler der Berndorfer Kirchenmäuse eingeladen. Viele von ihnen haben ihr Kommen schon zugesagt.

Weitere Aufführungen finden am 9., 15., 16., 17., 22., 23., 24., 29. und 30. November statt.