Die Gefängnisstrafe wurde allerdings für die Dauer von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem wurde dem Angeklagten eine Geldauflage von 3000 Euro aufgebrummt. Das Geld erhält der Kinderschutzbund in monatlichen Raten von 150 Euro. Auch die Kosten des Verfahrens am Kulmbacher Amtsgericht hat der 48-Jährige zu tragen.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Bayreuth datiert vom 24. Juni 2013. Staatsanwältin Herold verwies auf das Ermittlungsverfahren, das bei einer Wohnungsdurchsuchung 500 Dateien mit kinderpornografischen Schriften zum Vorschein gebracht habe. Auf den Bildern sei auch der sexuelle Missbrauch von Kindern sichtbar gewesen. Der Angeklagte habe darüber hinaus in drei Fällen das Herunterladen von Dateien ermöglicht, die er selbst ins Internet stellte. Die Staatsanwaltschaft warf dem verheirateten Mann damit auch vor, pornografische Schriften und Bilder von sexuellem verbreitet zu haben.

Geständnis abgelegt

Bereits bei seiner Vernehmung durch einen Beamten der Kriminalpolizei Bayreuth hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Auch bei der gestrigen Verhandlung räumte er die Straftaten ohne Umschweife ein. Über eine Internetseite sei er auf die Möglichkeit gestoßen, sich derartige Bilder anzuschauen. Es bezeichnete es als eine Dummheit, dann auch noch Bilder herunterzuladen und sie ins Internet zu stellen.

Dass Dritte darauf zurückgreifen könnten, habe er nicht gewusst: "Das war keine Absicht von mir." Er war auch mit der Einziehung der EDV-Apparate einverstanden und versicherte der Richterin, dass er sonst in sexueller Hin-sicht "mit Kindern nichts am Hut" habe.

Der 47-jährige Polizeibeamte ließ das Gericht wissen, dass sich der Angeklagte bei seiner Vernehmung kooperativ gezeigt hat: "Er hat die Taten sofort eingeräumt und auch sämtliche Ge-rätschaften übergeben." Insgesamt wurden rund 1000 Bilder gesichtet, aber nur 500 hatten sexuellen Missbrauch von Kindern zum Inhalt. Dass er ins Visier der Kriminalpolizei Bayreuth geriet, war auf eine Routineuntersuchung des Bundeskriminalamts zurückzuführen, das einschlägige Tauschbörsen mit derartigen Bildern überprüft und auswertet. Im August 2012 wurden schließlich die EDV-Gerätschaften des Angeklagten untersucht und sichergestellt.

"Es war ein dummer Fehler."

Staatsanwältin Herold stellte fest, dass der Angeklagte die Straftaten vollumfänglich eingeräumt hat. Strafmildernd für ihn sei auch, dass er bisher kriminell nicht in Erscheinung getreten ist. Er habe aber mit dem Besitz und der Verbreitung pornografischer Schriften dazu beigetragen, "dass es mit dem Wahnsinn weitergeht".
Die Staatsanwältin hielt eine Haftstrafe von zwölf Monaten für angemessen. Nachdem der bislang nicht vorbestraft war, schlug Herold vor, die Strafe für die Dauer von drei Jahren zur Bewährung auszusetzen. Damit das Geschehen auch "deutlich spürbar" ist, forderte sie noch eine Geldauflage von 3500 Euro. In seinem letzten Wort sagte der Angeklagte nur: "Es war ein dummer Fehler."

Richterin Tettmann rechnete es dem Angeklagten hoch an, dass er die Straftaten vollumfänglich einräumte. Denn damit konnten es sich die Verfahrensbeteiligten ersparen, die Bilder anzuschauen. Dem Angeklagten, so Tettman, sei erst mit dem Verfahren bewusst geworden, was passiert ist.