Der Kasendorfer Kindergarten "Arche Noah" ist einer Generalsanierung einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend sein Okay dafür gegeben, dass die konkreten Planungen beginnen können.

Michael Schneider vom beauftragten Architekturbüro Grimme hat dem Gremium den konkreten Sanierungsbedarf und seine Lösungsansätze präsentiert. Demnach muss zeitnah das Dach erneuert werden. Es seien regelrechte Löcher in der Zinkdecke vorhanden. Innen seien Fußböden, Fenster und Elektrik nicht mehr zeitgemäß und zum Teil schob von den Aufsichtsbehörden beanstandet worden. Die Sanierung wäre keine Schönheitsreparatur, sondern eine erforderliche Maßnahme, so der Experte und die Kindergartenleitung.

Im Zuge der Generalsanierung würde der Kindergarten vergrößert. Da es im hinteren Teil hierfür keine Möglichkeit gibt und eine Aufstockung des Gebäudes aus statischen Gründen nicht möglich ist, schlägt der Planer den Abbau der Container und eine Erweiterung um etwa 100 Quadratmeter im vorderen Bereich des Gebäudes zur Straße hin vor. Dadurch würde zusätzlicher Raum entstehen, der als Gruppenraum und auch als Besprechungszimmer genutzt werden könnte. Auch ein Personalzimmer für die 18 Mitarbeiter soll dort eingeplant werden.

Neuer Raum für Mittagsbetreuung

Der Bereich für die Mittagsbetreuung könnte durch die Erweiterung aus der bisher eher unbefriedigenden Flur-Lösung herausgenommen und für die Kinder gemütlicher und schöner gestaltet werden. Schließlich bleiben rund 50 Kinder zum Mittagsessen in der Einrichtung. "Kindergarten hat sich verändert" so Bürgermeister Bernd Steinhäuser. "Die Kinder sind zum größten Teil auch nachmittags da, dass es da auch eine räumliche Veränderung geben muss, ist doch nachvollziehbar."

Eine Generalsanierung wird in der Regel nach 25 Jahren angepeilt. Aufgrund der Mängellage habe man sich aber auch in Abstimmung mit der Landeskirche und der Aufsichtsbehörde auf eine etwas frühere Lösung geeinigt, so Pfarrer Stefan Lipfert. Da die evangelische Kirche Träger ist, muss sie ein Drittel der Kosten übernehmen. Der Rest fällt auf die Kommune zurück. Bei finanzschwachen Kommunen ist noch eine staatliche Förderung veranschlagt, für Kasendorf dürfte diese aber - wenn sie überhaupt gewährt wird - äußerst gering ausfallen.

Die Kostenfrage

Zahlen darüber, wie viel die Erweiterung kostet, sind derzeit mehr als vage. Die Kirchengemeinde hat bis zu 300 000 Euro Eigenmittel eingeplant, geht damit von Kosten von bis zu 900 000 Euro aus. Der grobe Überschlag des Architekten liegt mit einem mittleren sechsstelligen Bereich deutlich darunter.

Neben den Kosten stellt auch die Verkehrssituation ein mögliches Problem dar. Durch die Erweiterung würden drei Parkplätze auf der Seite der Kinderkrippe wegfallen. Zu den Stoßzeiten geht es in der Straße schon jetzt sehr eng zu. Bernd Steinhäußer regte an, den Erlengrund in eine Einbahnstraße umzuwidmen. Dadurch wäre das teilweise an der Engstelle entstehende Problem zumindest etwas abgemildert. Darüber soll aber erst entschieden werden, wenn die Planungen weiter vorangeschritten sind.