Es ist eine Firma, die nur wenige kennen. Dass in der Sportplatzstraße Schrotmühlen für Brauereien in aller Welt gebaut werden, das wissen selbst viele Kasendorfer nicht. "Ich muss ja auch keine Werbung machen. Wer in der Branche Produkte sucht, der kennt uns", sagt Stefan Täuber, Inhaber und Geschäftsführer der Mühlen- und Maschinenbau GmbH.

"Wir liefern weltweit"

"Wir liefern weltweit", sagt Stefan Täuber. Doch was wird in den alten Räumen der früheren Möbelbaufirma Gerstenberger überhaupt produziert? Zehn Mitarbeiter sind in der Werkhalle damit beschäftigt, Anlagensysteme zu fertigen, die für Brauereien unverzichtbar sind. "Wir bauen Maschinen und Anlagen für die Herstellung und Verarbeitung von Malz", sagt Täuber, der zusammenfasst, wie die Malzverarbeitung in einer Brauerei funktioniert. Das Malz komme mit Lastwagen und werde in Silos gefüllt. Über Fördersysteme gelange das Getreide in die Reinigung. "Dort werden Sand und Steine ausgelesen." Nach der Wiegung werde das Malz in der Mühle vermahlen und komme dann in den Schrotbunker. "Dort wird es zwischengelagert, ehe es in das Einmaischgefäß gelangt."

Ein Auftrag in Russland

All diese Prozesse werden von Anlagen und Maschinen aus Kasendorf ausgeführt. "Wir bauen kleine Schrotmühlen für private Hausbrauereien, aber auch Anlagensysteme für kleine und mittelständische Brauereien", sagt Täuber. Auf eine Anlage oder Systeme der GmbH setzen etwa Leikeim in Altenkunstadt und Günther-Bräu in Burgkunstadt, aber auch die Bamberger Brauereien Keesmann, Maas und Fässla. Einen Kunden hat die Maschinenbaufirma sogar in Westafrika. Für eine Brauerei in Cotonou, der Hauptstadt von Benin, wurde eine komplette Schrotanlage geliefert. "An den Auftrag sind wir über einen Sudhausbauer gekommen", sagt Täuber, der auch schon im russischen Lyskowo tätig war.

"2014 haben wir so viele Mühlen wie nie zuvor verkauft", betont der 41-Jährige, der die Firma, die einen Jahresumsatz von rund drei Millionen Euro macht, von seinem Vater Johann übernommen hat. Der hatte dieses 2001 gegründet.

Große Preisunterschiede

Die Schrotmühlen aus Kasendorf wiegen von 100 Kilo bis zu drei Tonnen und haben große Preisunterschiede; die kleinste kostet 3500 Euro, die größte 100.000 Euro. Für Anlagesysteme müssen Brauereien oft viel tiefer in die Tasche greifen. Dabei würden diese bei der Schroterei oft sparen. Viel mehr Geld werde in das Sudhaus gesteckt. Oft nur der Optik wegen. Täuber: "Denn es ist der Kupferkessel, der nach außen glänzt."

Craft-Biere sind im Kommen

An potenziellen Neu-Kunden mangelt es nicht, sagt der gelernte Industriemechaniker, nach dessen Worten Deutschland nicht der große Wachstumsmarkt ist. Immer mehr gebraut werde in den USA. Dort sprießen laut Täuber viele Kleinstbrauereien aus dem Boden, die mit Craft-Bieren den Markt erobern. Auch kleine Pub-Brauereien, die ihre Produkte als hochwertig bewerben. "Wir haben da schon übe 20 Anlagen geliefert." Die Biere seien teurer als die Produkte der Branchenriesen. Auch in Belgien gebe es solche Spezialbiere, die nach dem Champagnerverfahren in der Flasche reiften. Da kostet eine Flasche schon mal 40 Euro. "Das ist ein Marktsegment, in das viele deutsche Brauereien noch verstärkt einsteigen werden", glaubt Täuber. Für seine Mühlenbau GmbH wäre das nicht von Nachteil...