Inzwischen lebt der gebürtige Stadtsteinacher in der Frankenmetropole, führt dort eine Praxis für Psychotherapie und ist freischaffend als Kirchenmusiker tätig. "Danke für die vergangenen 13 Jahre. Es war eine bereichernde und wunderbare Zeit, die ich immer bei mir tragen werde", sagte Christian Büttner bescheiden. Er wollte kein großes Aufheben um das Ende der Stadtsteinacher Kantorei machen.

Zugabe um Zugabe


Zum allerletzten Konzert hatte sich die Kantorei honorige Gäste eingeladen. Das Vokalensemble Santastico, bestehend aus Ursula Pfreundner, Karin Günther, Christian Büttner und Markus Kühnlein sang "Cantate Domino", "O salutaris Hostia" und "Nunc dimittis". Für wunderschöne musikalische Akzente sorgte die Cellistin Johanna Eras-Kalisch. Mit Markus Kühnlein an der Orgel interpretierte die Vollblutmusikerin das berühmte "Wachet auf, ruft uns die Stimme" - und machte es zu einem Dialog zwischen Orgel und Cello.
Bis der letzte Ton verklungen war, war es mucksmäuschenstill in der Stadtsteinacher St.-Michael-Kirche, dann brandete der Applaus los - minutenlang. Die Stadtsteinacher forderten Zugabe um Zugabe, so als ob sie den Abschied noch ein bisschen hinauszögern könnten.

Ära geht zu Ende


Obwohl die Sänger ein fulminantes Konzert bei Kerzenschein geboten hatten und obwohl sie mehrere Zugaben geben mussten und das Publikum sichtlich begeistert war, kam hinter den Kulissen keine rechte Freude auf. Denn natürlich waren alle Sänger geknickt. "Das ist traurig", waren sich alle einig, "eine Ära geht zu Ende".