Zum Beispiel beim Verein Natur und Freizeit Thurnau. Michael Karvoth zeigt den Kindern mit verschiedenen Experimenten, wie faszinierend die Umwelt ist. Kann eine Kartoffel im Salzwasser schwimmen? Gehen Nüsse unter? Und kann man nur mit Wasser einen Deckel auf einen Becher kleben?

Ja, das geht! Und das wird auch gleich demonstriert. Luka aus Limmersdorf ist ein bisschen mulmig zu Mute, als direkt über seinem Kopf ausprobiert werden soll, ob der Deckel auf dem umgedrehten Wasserbecher auch wirklich hält und nicht doch das ganze Nass auf ihn geschüttet wird. Aber über Papas Kopf, das ist ok. "Wahnsinn!" staunt er, als es tatsächlich klappt und der Deckel ganz von selbst am halb vollen Becher klebt. "Das muss ich auch mal probieren."

Nebenan geht's bei der Feuerwehr hoch her. Feuerwehrmann Daniel weist die Kinder ein und erklärt dem achtjährigen David aus Krögelstein: "Den Schlauch nimmst Du am besten in beide Hände, dann kannst Du den Strahl gut kontrollieren." Gesagt getan. In Null-komma-nix sind die Tennisbälle von den Pylonen gespritzt.
Unterschrift auf dem blauen Laufzettel abholen und schon geht es zur nächsten Station. Schließlich konnten die Kinder in diesem Jahr jede Menge Neues entdecken: Silvia und Roland Hertel vom TSV Thurnau haben sich extra für den Kindertag eine Slackline ausgeliehen. Auf dem zwischen zwei Bäumen gespannten Seil kann man Balancieren üben.

Manche der rund 15 Stationen sind aber schon aus den vergangenen Jahren bekannt. Zum Beispiel das Hamsterrennen der Kleintierzüchter oder auch der Rollstuhl-Parcours des VdK. Das hat sich eben bewährt, so der stellvertretende Vorsitzende der örtlichen VdK, Klaus Herrmannsdörfer. "Wir wollen das Gefühl der Kinder dafür schärfen, wie schwer es Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft haben."

So genau macht sich die zehn Jahre alte Ronja darüber noch keine Gedanken, aber schwierig ist es schon, den Rollstuhl zu lenken -das fällt ihr gleich auf.

Jede Menge Vereine aus Thurnau und Umgebung helfen mit, den Tag zu gestalten. Von der Arbeiterwohlfahrt bis hin zum VdK - alle haben sich tolle Aktionen überlegt. Beim Gartenbauverein kann man verschiedene Kräuter erraten. Der zehnjährige Tim aus Thurnau hat genau seine Disziplin gefunden. "Das ist Pfefferminze, Salbei, Zitronenmelisse, Oregano, Lavendel. Und das dort Fenchel - das kriegt mein Hase", ist sich Tim gleich sicher.
Rainer Harz vom Gartenbauverein ist beeindruckt. "Dass einer alle errät, das ist wirklich gut", lobt er. "Das schaffen nicht Viele." Die Jugend sei eben besser als ihr Ruf. "Die meisten Kinder kennen mehr Kräuter, als man ihnen allgemein zutraut. Sie sind richtig fit."

Das merkt man auch an den vielen Bewegungsstationen. Sackhüpfen, Darten, Schwämme werfen und Rollstuhl fahren - die Kinder sind mit Feuereifer dabei und lassen sich nur ungern stören. Schließlich gibt es noch so viel zu entdecken, beim Kindertag im Thurnauer Freibad.