Mit dem Ergebnis der Bürgermeister-Stichwahl in Marktleugast vom Sonntag, bei der CSU-Herausforderer Franz Uome dem amtierenden Bürgermeister Norbert Volk (WGM) mit 998 Stimmen (51,42 Prozent) zu 943 SStimmen (48,58 Prozent) das Nachsehen gab, lässt sich auch die genaue Zusammensetzung des neuen Marktleugaster Gemeinderats benennen. Und die ist nicht ohne Überraschung.

Die CSU Marktleugast wird im neuen Gremium sechs Mandate erhalten. Da der gewählte Franz Uome ab 1. Mai den Bürgermeisterposten bekleiden wird, rückt auf der CSU-Liste Paul Schott nach. Der 55-Jährige gehörte als Nachrücker bereits zwei Mal dem Gemeinderat an. "Ja freilich", sagte er auf die Frage, ob er das Mandat erneut annehmen will. Schott war am Wahlabend des Sonntags im FC-Sportheim bereits von Franz Uome beglückwünscht worden.

Norbert Volk tritt an

Die neu gegründete Wählergemeinschaft Marktleugast erhält im Gemeinderat vier Sitze, einen davon wird der bisherige Bürgermeister Norbert Volk einnehmen, wie er am Sonntag nach seiner Wahlniederlage auch unmissverständlich betonte. "Außerdem werde ich mich im Kreistag für meine Oberlandgemeinde einsetzen", so Volk.

Vom Wahlergebnis abweichend werden die Freien Wähler Marktleugast ihre Gemeinderatsmandate besetzen (müssen). Denn Altbürgermeister Manfred Huhs, der zusammen mit Hermann Dörfler und dem gescheiterten Bürgermeister-Bewerber Reiner Meisel vom Wähler ins Gremium geschickt worden war, muss verzichten. "Ich nehme das Mandat nicht an. Aber das hat mit der Bürgermeister-Stichwahl vom Sonntag nichts zu tun. Ich weiß seit 14 Tagen, dass ich ein neues Kniegelenk bekomme, der Termin dafür im Mai steht schon fest", erklärte der 70-Jährige auf Anfrage. Und es sei nicht auszuschließen, dass im Laufe des Jahres auch sein zweites Kniegelenk ersetzt werden muss.

Huhs, der nach eigenem Bekunden seit Monaten massive gesundheitliche Probleme hat, geht davon aus, dass er auf lange Zeit gesehen nicht als Gemeinderat arbeiten können wird. Aus diesem Grund habe er sich zum Verzicht entschieden.

Huhs dankt allen seinen Wählern für das Vertrauen und bittet um Verständnis für diesen Schritt. "Wenn es diesmal gewünscht wird, dann stehe ich der Gemeinde mit Rat und Tat zur Seite, auch wenn ich nicht dem Gemeinderat angehöre. Auch außerhalb des Gemeinderats kann man etwas für Marktleugast tun", sagte der Altbürgermeister.

"Würdiger Nachrücker"

Statt Manfred Huhs wird nun Michael Schramm das dritte Mandat der Freien Wähler im Marktleugaster Gemeinderat antreten. "Der ist jung, dynamisch, der kann was", sagte der Altbürgermeister und zeigt sich überzeugt, dass der 34-Jährige "ein würdiger Nachrücker" ist.

Michael Schramm ist auch Ortsverbandsvorsitzender der Freien Wähler und hatte sich schon im vergangenen Jahr gegen eine erneute Kandidatur von Norbert Volk als FW-Bürgermeister ausgesprochen. Nach der Nominierung von Reiner Meisel hatte Norbert Volk die Wählergemeinschaft Marktleugast gegründet und die Spaltung der Freien Wähler im Ort damit festgeschrieben. Schramm, der auch schon Gemeinderat an seinem früheren Wohnort Marktschorgast war und die FW-Wahlempfehlung für Franz Uome bekannt gegeben hatte, freut sich auf die neue Aufgabe in Marktleugast. "Ich setzte mich gerne für die Gemeinde ein. Wir wissen, dass wir gemeinsam etwas für die Kommune erreichen können."

Wie Verwaltungschef Michael Laaber bestätigte, haben alle anderen gewählten Gemeinderäte in Marktleugast ihr Mandat angenommen.

In sieben der neun Kommunen im alten Landkreis Stadtsteinach gab es überhaupt keinen Verzicht - wie etwa in der Marktgemeinde Presseck, so Verwaltungsleiter Wolfgang Beetz. In Stadtsteinach, so sein Kollege Florian Puff, gibt es ebenfalls keine Absage. "Das gibt es bei uns nicht", betonte der Grafengehaiger Bürgermeister Werner Burger kurz und bündig.

"Alle, die gewählt wurden, haben ihr Mandat angenommen", erläuterte ebenso der Untersteinacher Verwaltungschef Martin Betz mit Blick auf die Kommunen Untersteinach, Kupferberg, Ludwigschorgast und Guttenberg.

Und Rugendorf? Dort hatte der amtierende Bürgermeister Martin Weiß nach der Niederlage gegen Ralf Holzmann angekündigt, dass er auch sein Gemeinderatsmandat nicht annehmen wird. Deshalb wird Ernst Dehler auf der Liste von "Pro Rugendorf" nachrücken.

Herbert Schmidt nimmt an

Herbert Schmidt von "Pro Rugendorf" tritt sein Amt ebenfalls an, wie Verwaltungschef Florian Puff bestätigte. Der langjährige Gemeinderat hatte kurz nach der Abwahl seines Schwagers Martin Weiß zunächst noch gezögert, inzwischen hat er die Unterschrift auf der Annahmeerklärung aber geleistet. Schmidt, der auch zum neuen Bürgermeister Ralf Holzmann ("Mein Musikerkollege") mehr als kommunalpolitische Verbindungen pflegt, wird die Aufgabe zukommen, Holzmann in der konstituierenden Sitzung zu vereidigen. Immerhin ist er Gemeinderatssenior.




Die neuen Räte in Marktleugast und Rugendorf im Überblick

Marktleugast: CSU 35,64 Prozent, Wählergemeinschaft Marktleugast (WGM) 26,58 Prozent, FW 19,63 Prozent, Hohenberger Bürgergemeinschaft (HGB) 10,58 Prozent, FWG Neuensorg 7,56 Prozent.

Neuer Bürgermeister ist Franz Uome von der CSU.

Gewählte Gemeinderäte sind Oswald Purucker, Daniel Schramm, Klaus Witzgall, Martin Döring, Markus Suttner und Paul Schott (CSU) - Norbert Volk, Irina Haber, Georges Frisque und Siegfried Baierlein (WGM) - Hermann Dörfler, Reiner Meisel und Michael Schramm (FW) - Clemens Friedrich und Cornelia Buß (HBG) - Matthias Schramm (FWGN).

Rugendorf: Pro Rugendorf 54,20 Prozent, ÜWG 45,80 Prozent.

Neuer Bürgermeister ist Ralf Holzmann von der ÜWG.

Gewählte Gemeinderäte sind Elisabeth Schmidt-Hofmann, Gerhard Theuer, Friedrich Rösch, Martin Hohlweg, Herbert Schmidt, Manfred Pöhlmann und Ernst Dehler (Pro Rugendorf) - Hermann Schmidt, Günther Krombholz, Franz Schnaubelt, Albert Müller und Friedrich Oertel (ÜWG).