Als das Gebäude direkt an der Kupferberger Ortsdurchfahrt vor nahezu 50 Jahren auf den Grundmauern einer alten Scheune errichtet wurde, herrschte in der Pfarrgemeinde ein reges kirchliche Leben. Kolpingfamilie, Musikverein, Kirchenchor und Ministrantengruppen waren nur einige der Nutzer des Hauses.

Aufwändig modernisiert

In der 1990-er Jahren wurde das Anwesen dann nochmals mit hohem finanziellen Aufwand modernisiert. Freiwillige Helfer der Pfarrgemeinde brachten damals enorme Eigenleistung ein, wie Unterlagen dazu im Pfarrhaus belegen.

Heute ist es still geworden im Jugendheim. Ganz still. Seit fast zwei Jahren steht das Haus leer, wird nicht mehr genutzt. Genauer gesagt kann es nicht mehr genutzt werden. Schimmelbefall im Dachgeschoss verhindert das. Der Musikverein, der bis dato unter dem Dach geprobt hatte, zog daraufhin in das ehemalige Schulhaus um, den Kirchenchor gibt es nicht mehr.

Dabei wären die Schäden laut Renate Holhut durchaus zu beheben. Allerdings hat die Pfarrgemeinde St. Vitus dafür kein Geld. Und die Erzdiözese würde sich an den Kosten auch nicht beteiligen.

Keine Mieter im Pfarrhaus

Das wiederum ist auf die Bestandsaufnahme zurückzuführen, die die katholische Kirchenführung in Bamberg schon vor Schließung des Jugendheims von allen Pfarrgemeinden in der Diözese angefordert hat. "Nicht benötigte Räume sollen danach vermietet oder sogar verkauft werden", berichtet die Kirchenpflegerin.

In Kupferberg ist von diesem Auftrag das Jugendheim auch deshalb betroffen, weil das sanierte Pfarrhaus von St. Vitus seit Jahren leersteht. "Die Diözese hat uns nahegelegt, die kirchlichen Gruppen dort unterzubringen", sagt Renate Holhut. Die Treffen des Frauenbunds, der Ministranten und der Kommunionkinder finden seit geraumer Zeit dort statt. Mieter (und damit Mieteinnahmen) waren für das Pfarrhaus nicht zu bekommen.
"Zwei Häuser - das Pfarrhaus und das Jugendheim - zu unterhalten, das ist einfach zu teuer", sagt auch Pfarrer Alard Maliszewski, der vom Kloster Marienweiher aus die rund 900 Kupferberger Katholiken betreut. "Und ein Nutzungskonzept für zwei Gebäude haben wir ja nicht."

Auch für Veranstaltungen wie das Pfarrfest konnte inzwischen Ersatz für das Jugendheimgelände gefunden werden. Mit Zustimmung der Stadt darf die Pfarrgemeinde Räume und Grundstück des Hospitals am anderen Ortsende nutzen.

Immer gut gepflegt

Dass das Jugendheim auch ohne Nutzung ins Geld geht, steht für Renate Holhut außer Zweifel. Die Heizung - das Gebäude ist mit Nachtspeicheröfen ausgestattet - kann nicht einfach komplett abgeschaltet werden, "sonst geht das Haus doch kaputt". Und das wolle man nicht riskieren, zumal die diversen Räume inklusive Saal und Küche immer gut gepflegt und renoviert wurden.

Andererseits fehlt der Kupferberger Pfarrgemeinde trotz mehrmaliger Nachfrage noch immer die schriftliche Zusage der Bistumsleitung in Bamberg, dass der Verkauf des Jugendheims endlich konkret angegangen werden kann. "Wir würden uns auf jeden Fall freuen, wenn das Haus in gute Hände käme", betont Renate Holhut. Und stößt damit bei Pfarrer Alard Maliszewski auf ungeteilte Zustimmung.