Boccia ist ein Spiel, für das man Ruhe und Muse braucht. Eigentlich geht es nur darum, mit den großen Kugeln möglichst nah an die kleine Pallino herankommen. Wer das schafft, bekommt den Punkt. Beim Versuch, das Ziel zu erreichen, darf man auch die gegnerischen Kugeln wegschießen - je nach Geschick. Immer drei Spieler kämpfen mit zwei Metallkugeln gegeneinander, und zwar in zwei Durchgängen, damit jeder die Möglichkeit hat, die Kugeln der anderen zu verdrängen", erklärt Heinz Nowack die Regeln. Drei Spiele ergeben eine Einheit. Mehr musste man eigentlich nicht wissen. Höchstens noch so viel, das immer derjenige, der mit seiner Kugel am weitesten entfernt liegt, an der Reihe ist.

Beim Boccia-Turnier 2013 der Stadt Stadtsteinach gingen drei Kinder und 16 Erwachsene an den Start. Auch die bisherigen Meister Ingo Koll, Michael Nowack, Gerhard Pöhlmann und Roland Nothaas waren mit von der Partie. Und Ingo Koll, der in den vergangenen Jahren Pech hatte, lief zu Top-Form auf. Er kickte die Kugeln der Gegner nur so weg, platzierte seine eigene immer wieder nur wenige Zentimeter neben der Pallino.

"In der Ruhe liegt die Kraft"

"Ach, ich hatte einfach nur Glück. In den letzten Jahren hab' ich gar nichts gemacht", ist der 73-Jährige überrascht und lacht. Zum dritten Mal holte der Stadtsteinacher heuer den Wanderpokal, den er nun behalten darf - zusätzlich zum regulären Stadtmeister-Pokal. "In der Ruhe liegt die Kraft", war das Motto, nach dem Ingo Koll gespielt hat. Boccia kennt er schon seit vielen Jahren, aber eigentlich nur durch die Urlaube. "Ich habe das am Strand an der Atlantikküste gespielt", schwärmt er.

Normalerweise gehören Baguette, Käse, Rotwein und Sommersonne zu diesem Spiel. Doch Ingo Koll findet es eine gute Idee, ein solches Turnier auch in Stadtsteinach zu machen. Initiator ist von Anfang an Heinz Nowack. Er übernimmt die Organisation und die Leitung des Turniers.

Dass Koll als erster den Wanderpokal mit nach Hause nehmen und auch behalten darf, damit hätte er nicht gerechnet. Der Pokal wird jetzt neben seinen Tennis-Trophäen einen Ehrenplatz finden. Auf Platz zwei kam Knud Espig, gefolgt von Horst Erl.

Schon zum fünften Mal Sieger

Viel Spaß hatten beim auch die Kinder. Einmal mehr konnte Nico Süß alle anderen ausstechen - wie jedes Jahr seit 2008. "Ich bin schon zum fünften Mal Sieger", freut sich der Elfjährige und kann sich seinen Erfolg gar nicht erklären. "Ich hab nur ein einziges Mal vorher geübt. Sonst nicht", versichert er und ist schon wieder auf dem Sprung - zum Fußball.

Insgesamt haben an der Boccia-Stadtmeisterschaft aber nur drei Kinder teilgenommen. Neben dem Sieger waren noch Max Pajonk und Eva Wollmerstedt mit von der Partie.