Im Gespräch mit der Bayerischen Rundschau erklärte Bürgermeister Dietmar Hofmann, um was es bei dieser Infoveranstaltung im Kutschenhaus des Schlosses geht.

BR: Was erwartet die Besucher?
Dietmar Hofmann: Zum einen wollen wir unsere Bevölkerung auf den aktuellen Stand der Planungen bringen. Zum anderen wollen wir Möglichkeiten vorstellen, wie sich unsere Bürger an so einem Projekt beteiligen können.

Was ist in Thurnau geplant?
Der Regionale Planungsverband Oberfranken Ost hatte uns ja vor gut einem Jahr mit der Nachricht überrascht, dass es in der Fortschreibung des Regionalplans zwei Flächen in unserem Gemeindegebiet gibt, die als Vorrangflächen für Windenergie geeignet sind. Eine Auffassung, die sich im ersten Anhörungsverfahren bestätigt hat.

Wieviele Windräder könnten auf diesen beiden Flächen entstehen?
Wir gehen momentan davon aus, dass in jedem Vorranggebiet bis zu fünf Mühlen gebaut werden können. In der Juni-Sitzung des Gemeinderats haben wir eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg gebracht.

Gibt es Gegenwind?
Natürlich gibt es auch bei uns einzelne Vorbehalte gegen Windparks. Wir waren aber von Anfang an bemüht, die Bürger und einzelne Interessensvertretungen in die Planungen einzubeziehen. Uns war wichtig, dass möglichst alle Beteiligten im gleichen Boot sitzen und das gleiche Ziel anstreben.

Nämlich?
Dass diejenigen, die am meisten von den Windrädern betroffen sind, die Chance haben sollten, größtmöglichen Nutzen aus dem Projekt zu ziehen. Ich glaube, das die Chancen für die Region überwiegen. Wir haben hier die Möglichkeit, als Markt Thurnau und als Bürger den Atomausstieg aktiv mitzugestalten.

Wie sieht Ihr Modell der Bürgerbeteiligung aus?
Das erfahren Interessierte am Montag von den Fachleuten der Firma NewEn aus Bremen, die uns von Anfang an auf dem Weg zu einer sinnvollen und effektiven Nutzung regenerativer Energien in unserer Gemeinde begleiten. Wir möchten, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Wir möchten, dass, wenn die Windmühlen schon bei uns stehen müssen, auch möglichst viele der direkt Betroffenen die Möglichkeit haben, aus unserem Gemeinschafts-Projekt Profit zu ziehen.

Wann werden sich die ersten Windräder bei Thurnau drehen?
Unsere Pläne sind ehrgeizig, aber es gibt schon noch einige Hürden zu nehmen. Wenn alles optimal läuft, könnten wir im Herbst nächsten Jahres - nach der Ernte - mit den Bauarbeiten beginnen.

Das Gespräch führte Peter Müller