Es war eine Mammutsitzung mit 23 Tagesordnungspunkten, die der Gemeinderat am Dienstagabend in einer dreieinhalbstündigen Sitzung zu bewältigen hatte - noch dazu bei den hochsommerlichen Temperaturen im Sitzungssaal. Ein Schwerpunkt war der Neubau der Kindertagesstätte "Mäuseparadies" in Lanzendorf. Der Gemeinderat beauftragte das Architekturbüro Kestel, Kulmbach, mit der Erstellung eines Bebauungsplanes mit Grünordnungsplan für das Bauvorhaben. Den Bauleitplan (Honorarkosten 6188 Euro) hatte das Landratsamt Kulmbach für notwendig erachtet.

Architektin Gitta Kestel nahm sich viel Zeit, die Vorplanungen detailliert vorzustellen. Danach sind zwei quadratische Baukörper geplant, die mit einem zentralen Haupteingangsbau verbunden sind. Im Außenbereich sind zwei Garagen geplant, um Werkzeuge und Spielsachen zu lagern. Als Abschirmung zur Autobahn ist ein Schlitten- und Lärmschutzhügel vorgesehen.

Bürgermeister Gerhard Schneider: "Es ist eine wunderbare Planung, die keinen Wunsch übrig lässt. Die Planung ist mit den Fachbehörden abgestimmt und die künftige Kindertagesstätte entspricht dem modernsten Stand der Technik."

Spätestens bei den Gesamtkosten kamen die Ratsmitglieder allerdings aus dem Staunen nicht heraus, denn immerhin ergab die Kostenschätzung ohne den Grunderwerb eine Summe von 3 532 500 Euro. Darin sind die reinen Baukosten mit 2,5 Millionen Euro ermittelt, die Technik mit 620 000 Euro, die Außenanlagen mit 254 340 Euro und die Nebenkosten mit den Architektenleistungen und der Sonderprojektanten mit 617 127 Euro. Die Förderung der Neubaumaßnahme bezifferte Bürgermeister Schneider auf 1,5 Millionen Euro, so dass für die Gemeinde Himmelkron ein Eigenanteil von rund 2 Millionen Euro bleibt. Bürgermeister Schneider: "Das sind Zahlen, die schon aufhorchen lassen, und es kommen ja noch die Grunderwerbskosten dazu."

Was Peter Pöhlmann (FW) aufschreckte, das waren die seiner Meinung nach extrem hohen Kosten der Sonderprojektanten wie beispielsweise für die Elektrotechnik. Die Vergabe für diese Arbeiten lag bei 51 176 Euro. Pöhlmann: "Wir brauchen da keine große Elektrotechnik, sondern nur ein paar Schalter und Steckdosen. Die werden vielleicht 60 000 Euro kosten und geben dafür aber 51 000 Euro für die Planung aus, das kann keiner verstehen." Architektin Gitta Kestel verwiesr auf die Honorarordnung. So sind die Fachprojektanten seit 2013 vorgeschrieben. Zweiter Bürgermeister Harald Peetz (CSU) sagte: "Wir machen uns in Deutschland mit diesen Vorschriften das Leben selber schwer."

Für Gemeinderat Ottmar Schmiedel (SPD) stellte sich die Frage, wie die Gemeinde die Finanzierung des Eigenanteils von rund 2 Millionen Euro auf die Reihe bringen will. Seiner Meinung gehe das nur mit einer Kreditaufnahme und einer Finanzierung über zwei Haushaltsjahre. Der Gemeinderat hatte zur Vorplanung keine Einwände. Wenn alles normal läuft, soll im März mit dem Neubau begonnen werden.